das nichtfassbare ist immer gut das noch nicht erklärbar fassbare mit übernatürlichem, übergeordneten sinn zu besetzen. um überhaupt zu erklären, dass alles einen sinn hat, oder haben muss, weil wir es offenbar nicht ertragen können, dass leben nur funktion, einfach nur existenz ist. und vor allem so unglaublich kurz, so endlich.
wir haben mal in ethik/philo darüber gesprochen, wie wir uns vorstellen, unsterblich zu werden. nicht physisch, sondern durch ein leben, dass sich menschen nach uns noch lange an uns erinnern.
ich hab gesagt, ich werde darauf achten ein gutes leben zu haben und wenns ans sterben geht, wärs ganz gut, in dem bewusstsein zu sterben, dass keiner benmerkt hat, dass ich gelebt hat oder anhand von einem nachlass rekonstruieren könnte, wie ich gelebt habe oder dass ich überhaupt je existierte.
echt mal, die leute, alle in meinem alter, waren alle geschockt. und die lehrerin meinte, es sei ein sinn unseres menschseins, auch in den gedanken unserer nachfahren weiterzuleben.
ich weiss nich ob ich in 70 jahren auch so denke, ich hoffe aber nicht. ich brauch nur in unserem familienstammbaum zu suchen. der auf der seite meiner mutter geht bis ins 17 jahrhundert zurück.
der meines vaters ist nur bis ins 19, jahrhundert recherchiert.
aber schon da hab ich keinen bezug mehr zu den leuten, die meine vorfahren sind. erst recht nicht zu denen auf mutters seite um 16hundert duback.
irgendwann gibts es generationen, die dich vergessen. und dann ists aus mit der unsterblichkeit. so ist das auch mit den Göttern. die leben nur solange, wie menschen an sie als irgendwie real existent glauben. das kann ein paar tausend jahre so gehen, schwindet dann aber immer mehr, wird durch etwas anderes ersetzt.
der neue heilige gral enthält inzwischen dunkle materie, quanten, schwarze und wurm löscher mit denen man auch alles unerklärliche ersetzen kann.
und als wir mal über kreationisten sprachen, die gottes existenz anhand der schöpfung beweisen wollen und trotzdem von supernaturaler existenz reden, dachte ich, was für spinner.
denn da hatte ich eine vision. nämlich. wenn die tatsächlich beweisen können, dass gott existiert, beweisen sie auch, dass es etwas höheres, etwas übernatürliches nie gegeben hat. denn wenn gott wirklich existiert, ist er oder es so natürlich wie das universum selbst, auch wenn sich herausstellt, dass er physisch ein wesen reiner energie ist, dass materie materialisieren lassen kann.
dann wird gott so banal wie das leben eines jeden ist. und man kann jede religion abschaffen, weil man nicht mehr an ihn zu glauben braucht.