Irgendwie hab ich das Gefühl, du machst dir selbst so viel Chaos im Kopf, dass du dich in diese Gefühlswelt eher ziemlich künstlich hinein steigerst - womit ich jetzt nicht sagen will, dass ich deine Verwirrung nicht ernst nehme oder sowas, sondern als Außenstehender klingen die Gedanken, die du formulierst, wirklich sehr verschroben. Vielleicht hilft es dir, diesen Blick von Außen ein wenig geschildert zu bekommen.
Du schreibst ganz zu Anfang in deinem Post, dass du mit den binären Geschlechtern Nichts anfangen kannst, dass du dich manchmal männlich und manchmal weiblich fühlst - und dass du dich mit weiblich gegenderter Grammatik nicht identifizierst.
Dazu würde ich einfach Mal behaupten, dass das vermutlich so ziemlich jedem Menschen so geht. Jeder Mensch erfüllt bestimmte Eigenschaften, die eher evolutionär-männlich oder eben -weiblich sind, ganz unabhängig seines Geschlechts und ganz unabhängig davon, ob Derjenige nun trans ist oder nicht. So gesehen ist ein gewisses Maß 'nonbinary' ein menschlicher Normalzustand. Der Unterschied ist, dass man diese Eigenschaften haben kann, ohne sich selbst damit dem anderen Geschlecht zuzuordnen, aber das setzt erstmal voraus, dass man nicht trans ist und zum zweiten setzt es voraus, dass man akzeptiert, als Frau männliche Eigenschaften haben zu können und umgekehrt. Gerade Diejenigen, die sich übermäßig viel mit diesen Themen auseinander setzen, verlieren den Blick dafür aber sehr schnell, weil sich ja annähernd Alles nur noch um Geschlecht, Nicht-Geschlecht und Vielleicht-irgendwie-Geschlecht dreht, um es Mal zu überspitzen. Dass man sich mit der Grammatik nicht identifizieren kann, die aus dem Wahnsinn resultiert, wenn man das Spielchen mit der Gender-Korrektheit zu weit treibt, verwundert dabei doch auch eigentlich nicht. Wie soll man sich persönlich angesprochen fühlen, wenn man mit Worten bombadiert wird, die nicht dynamisch entstanden sind, sondern krampfhaft konstruiert werden und teils im Textfluss kaum lesbar sind? Viel unpersönlicher kann Sprache nicht funktionieren. Deshalb gendere ich zum Beispiel bewusst keine Worte, deren grammatisches Geschlecht für die Bedeutung schlicht egal sind.
Im Laufe deines Beitrags schlägst du dann die Schleife davon, dass du eigentlich nicht männlich oder weiblich fühlst, dazu dass du irgendwie doch glaubst, trans zu sein... nonbinary trans... also weder männlich noch weiblich, aber männlich im weiblichen Körper? Ich mag dir nicht reinreden, aber das macht in meinem Kopf wirklich keinerlei Sinn, außer dass du dich da ziemlich verrückt machst. Klar kannst du deine Idee umsetzen und das über Rollenspiel austesten, aber was das Thema angeht, kann ich dir im Vorfeld schon ungefähr eine Prognose geben, wie das Resultat davon aussehen wird.
Nach rund 10 Jahren Rollenspiel kann ich dir sagen, Mädels die im Rollenspiel die männliche Rolle einnehmen, gibt es massig - und die meisten davon kommen irgendwann auf das schmale Brett eigentlich ein Junge zu sein, weil sie früher oder später an irgendein anderes Mädchen geraten, mit dem sie ein schwules Pärchen spielen und glauben, damit irgendwie ihr reales Ich gefunden zu haben. Dem ist nicht so. Ein Rollenspieler stellt nicht mehr und nicht weniger in seiner fiktiven Welt dar, als er sich selbst in der eigenen Fantasie vorstellen kann - stellt ein weiblicher Rollenspieler nun also einen männlichen Charakter dar, dann wird dieser Spieler sich auch mit diesem Charakter identifizieren können. Ganz unabhängig des Geschlechts und ganz unabhängig davon, ob der Charakter auf andere überhaupt authentisch männlich wirkt.
Übrigens auch ein Grund dafür, warum sehr viel mehr Mädchen/Frauen auf Boylove aus dem Hause Anime anspringen, als Männer (ja, auch schwule Männer), denn die Charaktere dort sind ebenfalls überwiegend weibliche Fiktion und stellen dementsprechend Eigenschaften dar, mit denen sich Frauen leichter identifizieren können. Jah ich weiß, das sind Geschlechternormen, aber immerhin sind es die offensichtlich vorhandenen, die keinem weh tun und auch Niemanden diskriminieren wollen 
Was ich dir letztendlich wohl am ehesten raten würde... entspann dich einfach Mal und versuche, eine Woche nicht an Gender zu denken - eine Woche ohne diesen ganzen Käse um Normativen, Genderpolitik und co., keine Blogs darüber lesen, keine Videos auf Youtube von bekannten Nasen aus der Ecke gucken und auch sonst einfach Mal so existieren, wie du eben bist, ohne die Label zu checken, die man dir anbietet. Daraus wirst du vermutlich ganz von selbst sehr viel schlauer, als aus jedem krampfhaften Versuch, dich in eine Schublade zu pressen.