Beiträge von JohnDoe

    Stimmt, sehe ich auch so, dass Transsexuelle von Bisexualität erstmal nicht pauschal als Partner ausgeschlossen sind - für Heterosexualität ja z.B. auch nicht.


    Deine zweite Aussage in dem Post finde ich interessant. Du sagst, für dich kommt exklusiv bei der Pansexualität Nonbinary als Partner-Auswahl mit dazu. Kann ich so auf den ersten Blick auch nachvollziehen, aber wenn ich genauer drüber nachdenke, ist das exakt ein Beispiel dafür, warum man Geschlechter und sexuelle Orientierungen nicht in einen Topf werfen und kräftig umrühren kann. Ich versuchs Mal zu beschreiben, wo sich da der Sinn verschiebt:


    Bei der nonbinären Person bezieht sich das Nonbinary auf das Geschlecht. Das hat erstmal Nichts mit der Sexualität der Person zu tun und definiert einzig und allein, welchem Geschlecht sich die Person zuordnet - bzw. eben nicht zuordnet. Ganz genau wie jedes andere Geschlecht auch.


    Pansexualität definiert dagegen einzig und alleine, welche Gruppe an Partnern für eine Person als grober Rahmen in Frage kommt - für die Pansexualität ist hier das Geschlecht laut Definition egal. Für Hetero- oder Homosexualität wäre das Geschlecht nicht egal. Hier geht es aber nicht um das Geschlecht, welchem sich der (in diesem Fall) nonbinäre potenzielle Partner selbst zuordnet, sondern es geht um das Geschlecht welches die andere Person dem nonbinären Partner intuitiv zuordnet. Für Pansexualität mag das in dem Fall egal sein, aber de facto könnte sich Jeder mit jeder Orientierung sexuell von einer nonbinären Person angezogen fühlen, wenn Derjenigen die Person als das eigene bevorzugte Partner-Geschlecht wahrnimmt.


    Jetzt steht da natürlich im Raum, dass doch Jeder das Recht haben sollte, sich selbst seinem Geschlecht zuzuordnen - und dem würde ich auch gar nicht widersprechen. Ich denke, tatsächlich hat dieses Recht Jeder. Aber Niemand hat ein Bestimmungsrecht darüber, wie er von anderen Personen wahrgenommen wird - und es wäre auch gar nicht umsetzbar, es vor zu schreiben, weil das Niemand steuern kann.


    Ziemlich genau das hat auch mein letzter Absatz im ersten Post gemeint. Jede sexuelle Orientierung sucht sich ihren Partner intuitiv aus und Label sind der Orientierung dabei völlig egal.


    Mit festgefahrenen Geschlechterrollen hat das aber letztendlich auch nicht viel zu tun, denn dabei geht es ja nicht um das Geschlecht, was wir an einer Person wahrnehmen, sondern die Geschlechterrolle beschreibt ja mehr, ob wir akzeptieren, wie sich eine Person im Kontrast zu diesem wahrgenommenen Geschlecht verhält/darstellt.


    Eine Partnerwahl hat also erstmal nicht das System, Geschlechterrollen abzugleichen - oder anders gesagt:

    Toleranz findet da statt, wo man Menschen akzeptiert - nicht da, wo man sich Sex mit ihnen vorstellen kann.

    Ja, stimmt - muss ich dir erstmal voll und ganz zustimmen, dass das nicht deine subjektive Wahrnehmung ist, sondern ich das sehr ähnlich beurteilen würde.


    Was dabei auffällt ist - als wir noch ganz jung waren, kannst du dich sicher auch daran erinnern, dass das Internet damals nicht für den privaten just-for-fun Gebrauch genutzt wurde, sondern dass da unsre Eltern vielleicht Mal eine Mail gelesen haben oder es beruflich nutzten. Wenn wir selbst dann Mal eine Minute länger davor saßen, gab es richtig Ärger, weil die Telefonrechnung tierisch in die Höhe geschossen ist.


    Dann fing es irgendwann an, dass man Verträge schließen könnte, die Flatrate basiert waren und plötzlich hatte man die Möglichkeiten, den unbegrenzten Raum Internet erst wirklich zu nutzen. Jeder fing damit an, einfach alles Mögliche online zu realisieren, man wurde kreativ und eigentlich hat sich auch erstmal Niemand Gedanken darum gemacht, was man im virtuellen Raum eigentlich Alles darf und welche Möglichkeiten es neben kreativer Anarchie noch gibt.


    Nun ist mittlerweile aber genau das passiert - Konzerne und Netzwerke haben realisiert, dass da ein Raum ist, auf den sie bisher nicht das Monopol hatten, um das sie sich so lange nicht gekümmert haben. Und das holen sie jetzt nach. Alles wird privatisiert, aus kreativer Anarchie wird der übliche Kapitalismus und die Gedankenpolizei ist auch schneller parat, als man auch nur irgendwo Irgendwas unbedarft schreiben kann. Wenn man sich Mal damit beschäftigt, welche Netzwerke unter wie vielen Namen unterwegs sind und schizophrenen Lobbyismus in eigener Sache betreiben, dann wirkt das Internet direkt nur noch, wie eine Nussschale.


    Dass uns das so stark auffällt, liegt eigentlich nur daran, dass wir diese Einschränkungen vorher nicht hatten - im Endeffekt gleicht sich das Netz eigentlich gerade nur unserer realen Gesellschaft an, aber in der Realität sind wir all das gewöhnt, was wir virtuell überhaupt erst wieder wahrnehmen. Ist die Frage, ob das nicht sogar der viel traurigere Punkt ist.



    Edit: Weil das Thema so komplex ist, hab ich mir noch was länger Gedanken drüber gemacht und mir fiel ein, dass ich da ein Video mit ganz ähnlicher Thematik gesehen habe. Von den generellen Videos des Kontenterstellers darf man halten, was man will, aber dieses trifft den nagel ganz gut auf den Kopf - auch wenn er es etwas politischer behandelt, als du es sicher meintest.


    Link: Wenn Meinungsfreiheit privatisiert wird

    Im Wesentlichen geht es überhaupt nicht darum, wofür eine Ehe irgendwann Mal erfunden wurde, sondern was sie aktuell heute darstellt und wie man damit umgeht.


    Der Sinn der Ehe für Alle ist nicht, dass Jeder heiraten _muss_, sondern dass es Jeder _darf_. Die eingetragene Lebenspartnerschaft zählt da leider so gar nicht im Sinne der Gleichheit, denn wenn ich es anders nennen muss, dann heißt das ja nur, das die Ehe mit dem Namen Ehe eben nicht Jedem gebührt.


    Statt darüber nach zu denken, dass man vllt. nicht haben möchte, was man haben könnte, wäre es sicher sinnvoller, daran zu denken, dass es Menschen aus der betreffenden Bevölkerungsgruppe gibt, die bislang nicht haben können, was sie haben möchten.


    Demnach hoffe ich einfach darauf, das die Politik in dem Fall das moralisch einzig Richtige tut und sich Diejenigen freuen können, die ihr Recht dann auch nutzen möchten.

    Mir fällt da auf Anhieb ein Tipp ein, der im textbasierten Rollenspiel seit Jahren sowas wie meine goldene Regel fürs Schreiben ist - sollte bei jeder anderer erzählenden Textform auch passen.


    Im Endeffekt geht es darum, harte Wörter zu benutzen und wenige weiche Wörter - einfach weil der Leser von harten Wörtern sofort abgeholt wird, während sich zu viele weiche Wörter ziehen wie Kaugummi.


    Hart/weich meint in dem Fall aber nicht, welche Emotionen man den Wörtern zuordnet oder welche Atmosphäre vermittelt wird, sondern es geht um den Informationsgehalt.


    Beispiel (harte Wörter):

    Eine steile Falte zwischen seinen Brauen zeugte schlagartig von einer Missbilligung, die man ihm gar nicht zutraute.


    Beispiel (weiche Wörter):

    Er blickte missbilligend drein und wirkte verstimmter, als man es von ihm gewöhnt war.

    Zum Thema, ob Vergewaltigung unter den Begriff Sex fällt oder fallen sollte, erinnere ich mich gerne an einen ehemaligen Schüler, der sich zum Thema sexueller Übergriffe an einem deutschen Internat in diversen Medien äußerte.


    Er sagte etwas im Sinne von 'Es ist ein Trugschluss, dabei dauernd von sexuellen Handlungen zu sprechen, denn es war schlichte Gewalt.'


    Ich denke, großartig anders muss man es nicht werten, ganz egal was vielleicht irgendeine offizielle Definition dazu besagt.

    Ah bestens, dann schreib ich hier auch nochmal was dazu, wo es nun ja nicht mehr an der Topic vorbei ist.


    Ganz trifft es nicht das, was ich sagte, ich zitier Mal wieder fleißig und geh drauf ein:

    John sieht (falls ich es richtig verstanden habe) die Bezeichnung pan als eine coole neue Ablösung/Variante vom Label

    'bisexuell'. Die Bezeichnung 'pansexuell' impliziert, dass für bisexuelle Personen die Menschen klare und starre Vorstellungen von Männlich- und Weiblichkeit haben.

    Tatsächlich glaube ich pauschal erstmal nicht, dass Pan und Bi jeweils das Selbe sind - das kann ich auch nicht beurteilen, weil ich ja nunmal keins von beiden bin und mir da eine Beurteilung auch nicht anmaße. Was ich aber meine ist, dass Pansexuelle ihre Sexualität meistens in einer Art beschreiben, die auf mich als Außenstehender klingt, als wären sie die moralisch überlegenen Bisexuellen. Es geht da meistens nicht darum, dass Pansexuelle sich auf den Raum zwischen Mann und Frau als Partner beziehen, sondern es schwingt immer die Aussage mit, dass Pansexuelle Trans als Partner einschließen, dass sie in der Lage sind, sich in Eigenschaften ohne Geschlechtszuordnung zu verlieben, keine klaren Geschlechterrollen sehen etc. Dass das als Punkte für Pan angeführt wird, ist da erstmal nicht der Haken, aber der Haken kommt für mich im Umkehrschluss, der besagt, diese Eigenschaften sind ja nur dann klar zu Pan zugeordnet, wenn das allen anderen Sexualitäten nicht auch zugetraut wird. Immerhin betonen wir ja auch nicht, dass Pansexualität meint, Menschen zu lieben - das setzen wir ganz logisch voraus.

    Bevor ich mich intensiver mit verschiedenen Geschlechtern, deren Interpretationen und der Rollen (sowie dem Zusammenspiel dieser) in der Gesellschaft befasst habe, hatte ich auch noch gängigere Vorstellungen von dem wie ein Mann oder eine Frau zu sein haben. Daher habe ich mich auch als bi bezeichnet.

    John meint, dass hat nichts mehr mit Geschlechtern zu tun, sondern mit Feminismus.

    Mit Geschlechtern hat es zu tun - mit sexueller Orientierung hat es aber Nichts zu tun. Der moderne Feminismus befasst sich ganz stark mit den Geschlechterrollen, die (laut dem modernen Feminismus) als 'normativ' gelten - darüber kann man sich streiten, aber es ist ein Thema, was in sich geschlossen ist. Was da weniger geschlossen dazu gehört, sind sexuelle Orientierungen. Mit denen befasst sich Feminismus ungefähr so, wie mit Rassismus - man ist halt tolerant und deswegen muss es dazu gehören. Es ist letztendlich aber nicht das selbe Thema.


    Deshalb halte ich es für grundlegend falsch, Gendergrundsätze auf sexuelle Orientierungen anzuwenden, denn letztendlich geht es nicht darum, welche Orientierung wie stark darauf eingeht, dass man einfach sein kann, wie man ist - sondern es geht darum, dass Jeder darauf eingeht. Ganz egal, ob man nun pan, bi oder einfach hetero ist, denn darauf hat keine Orientierung ein Patent - und Feminismus hätte das Patent gerne, aber auch der hat es nicht.

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    So wie du das hier thematisierst finde ich es nicht gut.

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    Verstehe ich nicht ganz - ich habe zu dem Thema an sich doch gar Nichts gesagt, außer mitzuteilen, wie die zitierte Aussage auf mich wirkte. Da du nun aber schon deutlich weiter ausführst, woher das neue Mindset rührt und in welcher Verbindung es mit dem modernen Feminismus und co. steht, bezweifle ich fast, dass es hier noch rein um sexuelle Orientierungen geht.


    Ich mag dich an der Stelle gar nicht abwürgen - lasse mich auch gerne drauf ein, das mit den Rollenbildern, dem Feminismus usw. genauer zu diskutieren, wenn du da Interesse daran hast, aber ich glaube, wenn wir in diesem Thread damit anfangen, sprengen wir das Thema. Wenn du willst, kannst du deinen letzten Beitrag hier in einen neuen Thread kopieren - und mich notfalls auch mit der @ Funktion verlinken, dann gehe ich da gerne genauer drauf ein.


    Ansonsten bleibe ich hier aber dabei, es Jedem Bisexuellen pauschal erstmal zuzutrauen, sozial empathisch unterwegs zu sein und ein genauso tolerantes Mindset an den Tag zu legen - auch wenn sich Derjenige eben nicht pansexuell nennt.

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    Inzwischen würde ich sagen GANZ klar Pan zu sein.

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    Ich glaube es liegt daran, dass ich das vorgefasste gesellschaftliche Bild davon wie eine Frau* oder ein Mann* zu sein hat stückweit in meinem Mindset auflockern konnte :)

    Würde das nicht im Umkehrschluss heißen, dass Bisexualität für die Vorstellung festgefahrener Geschlechterrollen steht? Ich meine, irgendwie würde doch so ziemlich Jeder, der einigermaßen aufgeklärt durchs Leben geht, unterschreiben, dass Niemand in ein Raster passen muss, um liebenswert zu sein und eigentlich sind wir auch schon eine großzügige Generation davon entfernt, davon zu predigen, wie Mann/Frau zu sein hat. Klingt für mich immer ein wenig so, als wäre Pan die hippe everybody's darling-Variante vom konservativ eingestaubten Bi ^^'

    Ich denke, ich kann mir ungefähr vorstellen, wie die Argumente für diese fragwürdige Idee aussehen - einmal durch die lange Liste deutscher Gender/Rassismus-Philosophie-Youtuber klicken und man sieht eine Menge Nasen, die sich für furchtbar tolerant halten, dabei aber so ziemlich das intoleranteste Pack im deutschen Internet sind - Andre Teilzeit, Suzi Grime und Tarik Tesfu lassen grüßen.


    International sieht das Ganze vermutlich ähnlich aus, aber mit der englischen Variante dieses Wahnsinns hab ich mich bisher nicht auseinander gesetzt - kann also nur vermuten, dass die Argumente zu solchen Themen da teilweise ähnlich absurd sind.

    Irgendwie finde ich den ganzen Denkansatz der Idee sehr ironisch, denn wenn man so besessen von Herkunft und Hautfarbe ist, dass man es wirklich überall zum Thema macht und Symboliken (in dem Fall den Regenbogen) darauf anpassen will, dann sollte man sich fragen, ob man nicht selbst ziemlich rassistisch denkt. Immerhin haben doch Menschen jeder Hautfarbe und Herkunft Platz in dem Regenbogen, wie man ihn kennt und braucht dafür nicht irgendeine neue Version.


    Wäre ein bisschen so, als würde ich auf eine Packung Kekse schreiben 'ja, auch Chinesen dürfen das hier kaufen' -das ist waschechter Rassismus und hat mit tolerantem Denken nicht viel zu tun.

    Im Grunde fällt mir da sofort ein Tip ein, den du selbst schon erwähnst - du hast eine Überweisung zum Therapeuten und der ist ganz genau für diese Probleme da, die du unter Anderem beschreibst.


    Du musst einfach von dem Gedanken weg, dass der Therapeut der Antrieb deiner Transition ist, denn das ist er nicht. Er wird nicht dafür sorgen, dass in deinem Pass andere Daten stehen oder dafür, dass sich an dir Irgendetwas verändert, denn das machen ganz andere Leute, auf die dich dein Therapeut einfach nur vorbereitet und dich dabei unterstützt, damit irgendwie klar zu kommen, denn die harte Arbeit fängt im Grunde dann an, wenn du an dem Punkt bist, dich nicht mehr als trans zu outen, sondern die Leute überzeugen musst, eben ein Mann zu sein, wie Jeder andere Mann eben auch.


    Das wird hart werden, weil du dann sicher merkst, dass es einfacher war, den Leuten zu sagen, dass mit dir Etwas nicht stimmt und du die Erwartungen eben nicht erfüllst, die man als Mädchen an dich hatte - und klar wirst du dann sicher auch das ein oder andere Mal denken, dass das anstrengend und ungerecht ist, ständig selbst gegen Mauern zu rennen, obwohl es Leute gibt, die dir einfach nur eine Unterschrift geben müssten, damit das Alles schnell durchgezogen ist - aber auch dafür ist dein Therapeut da, damit du das ganz alleine schaffst und irgendwann über den Berg bist, dass dich Jeder einfach als das wahrnimmt, was du bist und sein willst.


    Dafür musst du nur ehrlich sein und die Therapiestunden dafür nutzen, Alles los zu werden, was gerade nicht funktioniert - immerhin wird der Mensch dafür bezahlt, dem du das erzählst und da darf der sich dann auch was Kluges ausdenken, wie ihr damit umgeht. Und wenn das letztendlich heißt, dass das irgendwie doch nicht dein Ding ist und deine Zweifel begründet sind, dann wird man vllt auch das bei der Therapie rausfinden und mit dir daran arbeiten, was dann stattdessen los ist.


    Du hast im Grunde Nichts zu verlieren - und musst vorerst gar nicht so viel machen, bis es wirklich ernst wird. Das Einzige, was du falsch machen kannst, wäre gar Nichts zu tun und dich irgendwann zu fragen, warum du Nichts gemacht hast.

    Ganz klar The 100 - ist wohl die einzige Serie, bei der ich ungeduldig auf jede Staffel warte, ohne bislang das Interesse zu verlieren ^^'


    Einigermaßen komplexer Handlungsstrang, authentische Charaktere und ein nettes Setting, wenn man sich gerne auf alternative Realitäten mit Katastrophen-Charme einlässt.

    Würde ich ebenfalls bestätigen. Selbst engere Freunde, die irgendwann akzeptieren, dass man sie wohl nicht überfallen will/wird, kommen teilweise immernoch an und bringen Fragen wie 'du sag Mal, findest du mich eigentlich attraktiv?' - und wenn man ihnen dann erklärt, dass sie irgendwie nicht so ganz der Typ sind, den man toll findet, sind sie ungefähr so ungläubig, als hätten sie sich ohnehin nur eine Bestätigung abholen wollen. Oder aber man hat dann einfach keinen Geschmack und kann das eh nicht so gut einschätzen, wie es Frauen stattdessen täten. Hat vielleicht etwas damit zu tun, dass es das Ego irgendwie mehr angreift, wenn das eigene Geschlecht einen nicht positiv bewertet, mit dem man ja in der Regel eh schon konkurriert.


    Zum Glück gibt es da aber auch noch Diejenigen, die nicht so verquer denken und darüber selbst nur den Kopf schütteln könnten. Einfach drüber stehen und es nicht persönlicher nehmen, als es in den meisten Fällen gemeint ist.

    Ich denke eigentlich nicht, dass man sich als Pan oder Poly einstufen muss, sobald man Trans-Personen in seiner Partnerwahl einschließt. Ich würde eher sagen, dass alle Bisexuellen/Homosexuellen/Heterosexuellen, die sich deshalb nicht als Pan oder Poly einstufen, ziemlich tolerante Menschen sind, die das Konzept von der binären Transsexualität verstanden haben und uns als Mann/Frau akzeptieren. Auch auf die Gefahr hin, dass das schon wieder etwas an der Topic vorbei geht.

    Irgendwie kommt mir der Blickwinkel solcher Artikel immer ein wenig verdreht vor... ich meine, da ist die Rede von Jugendlichen, von denen einer Nacktfotos von sich rumschickt und die Empfängerin es scheinbar für unproblematisch hält, das Bild weiter zu schicken - oder ihr Medium nicht genug schützt, damit Dritte an sowas nicht dran kommen, wenn sie es schon nicht löscht. Ich weiß nicht, ob ich da einfach ziemlich geradlinig erzogen wurde, aber dass man beides nicht tut, hat man mir ungefähr so gut beigebracht, wie nicht mit Fremden mit zu gehen und mich meinen Mitmenschen gegenüber einigermaßen empathisch zu verhalten.


    Dem Mädchen dafür dann Schuldgefühle einzuhämmern, kommt mir ziemlich schräg vor, denn natürlich kann man sagen, sie sind alt genug dafür, als eigenständiger Mensch zu funktionieren, aber wenn doch sonst bei jeder Kleinigkeit immer nach der Verantwortung von Eltern geschrien wird, dann leuchtet mir nicht ein, wieso die zb. Strafe zahlen müssen, wenn ihr Kind länger nicht in der Schule erscheint - sie aber scheinbar dann nicht mehr in der Verantwortung sind, wenn ihren Kindern soziale Spielregeln nicht beigebracht wurden. Klar denke ich nicht, dass man Eltern dafür belangen sollte, aber das Thema ist meinem Empfinden nach unter Jugendlichen verbreitet genug, um wenigstens von solchen Schlagzeilen zu erwarten, dass Eltern wach gerüttelt werden und man ihnen klar macht, dass es in ihrer Pflicht ist, sich mit den Medien ihrer Kinder auseinander zu setzen.

    Wieso möchtest du das Thema denn löschen? Selbst wenn es nur eine Down-Phase war, sind gerade Zweifel doch Etwas, worüber man schreiben sollte und ein Thema zu haben, in das man einfach Posten kann, wenn wieder so eine Down-Phase da ist, motiviert vielleicht auch mehr dazu, darüber zu kommunizieren, als wenn man überall nur liest, wie sicher sich Alle sind, weil nicht unbedingt Jeder den Mut hat, seine Zweifel zuzugeben.


    Ich meine... sicher ist das ein schwieriges Thema und Unsicherheit ist vermutlich auch kein Aushängeschild, wenn es um Trans geht, aber wenn sich immer Alle wirklich so sicher wären, wie allgemein suggeriert wird, dann würde es wohl keine Transsexuellen geben, die auf medizinische Maßnahmen verzichten - das tut aber der überwiegende Anteil der Leute, die sich trans nennen.


    Ich persönlich denke, du schneidest hier also eines der wichtigsten Themen an, über die weniger geredet wird, als man es tun sollte und wenn du Anderen Mut machst, darüber zu reden, dann war die Down-Phase doch auch zu was gut.

    Weil ich finde, dass dieser Kanal und insbesondere dieses Video deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hat, als er neben den drölftausend sinnlosen Trend&Prank-Kanälen auf Youtube bekommt, dachte ich mir, ich teile das Ganze doch einfach hier und ziehe damit auch direkt Mal den nicht vorhandenen Hut vor Moritz - tolle Geste seinerseits.


    Moritz Neumeiers Aufruf zur Solidarität gegenüber Transsexualität -> klick mich!

    Das mit dem Aufschieben kenne ich absolut - ich habe mich in der Schule auch sehr, sehr, seeehr oft dabei erwischt, für Langzeitaufgaben Tage/Wochen lang der Meinung zu sein, dass dafür ja noch viel zu viel Zeit ist, um dann letztendlich auf letzte Sekunde Nachtschichten einzulegen und Alles in einer völligen Hauruck-Aktion weg zu büffeln.


    Man hat mir da geraten, dass man sich ein Tagesziel stecken und sich dafür belohnen soll, wenn man es eingehalten hat, um sich eine positive Motivation zu geben (wahlweise auch Jemanden darum bitten, das zu kontrollieren) - gebracht hat es bei mir Nichts, weil mir das Aufschieben wohl positiv genug war, aber vielleicht kannst du mit dem Rat ja mehr anfangen, als ich :D

    Das dürfte ganz stark darauf ankommen, in welchem Stadium der Transidentität die Person steckt und wie nah das jeweilige Frauenhaus da am handfesten Gesetz bleibt, denn die rechtliche Absicherung sagt ja, dass deine Personalien dein Geschlecht angeben. Körperliche Merkmale sind dabei völlig egal, sondern es geht um die Frage, welches Geschlecht die Person hat und die beantwortet man entweder damit, welchen Personenstand man hat - oder damit, dass der Personenstand nicht zutreffend ist.


    In meinem Fall wäre es dann z.B. so, dass mein gefühltes Geschlecht mit meinem Personenstand übereinstimmt - dass ich mit einem anderen Personenstand geboren bin, interessiert genauso wenig, wie die Frage, ob und wie viele Operationen stattgefunden haben. Damit hätte ich überhaupt keine Verhandlungsbasis in ein Frauenhaus zu kommen, selbst wenn ich das wollen würde.


    Geht es nun aber z.B. um eine Transfrau, die noch einen männlichen Personenstand hat, dann kann das Frauenhaus entscheiden, welches von beidem es anerkennen will - bei einem Transmann mit weiblichem Personenstand ganz genauso.

    Na dann wärst du im Job ja sogar komplett 'uniformiert' und absolut neutral gekleidet - ich denke, da liegt sehr viel mehr Augenmerk auf deinem Auftreten und darauf, wie gut du in den Job passt.