Stimmt, sehe ich auch so, dass Transsexuelle von Bisexualität erstmal nicht pauschal als Partner ausgeschlossen sind - für Heterosexualität ja z.B. auch nicht.
Deine zweite Aussage in dem Post finde ich interessant. Du sagst, für dich kommt exklusiv bei der Pansexualität Nonbinary als Partner-Auswahl mit dazu. Kann ich so auf den ersten Blick auch nachvollziehen, aber wenn ich genauer drüber nachdenke, ist das exakt ein Beispiel dafür, warum man Geschlechter und sexuelle Orientierungen nicht in einen Topf werfen und kräftig umrühren kann. Ich versuchs Mal zu beschreiben, wo sich da der Sinn verschiebt:
Bei der nonbinären Person bezieht sich das Nonbinary auf das Geschlecht. Das hat erstmal Nichts mit der Sexualität der Person zu tun und definiert einzig und allein, welchem Geschlecht sich die Person zuordnet - bzw. eben nicht zuordnet. Ganz genau wie jedes andere Geschlecht auch.
Pansexualität definiert dagegen einzig und alleine, welche Gruppe an Partnern für eine Person als grober Rahmen in Frage kommt - für die Pansexualität ist hier das Geschlecht laut Definition egal. Für Hetero- oder Homosexualität wäre das Geschlecht nicht egal. Hier geht es aber nicht um das Geschlecht, welchem sich der (in diesem Fall) nonbinäre potenzielle Partner selbst zuordnet, sondern es geht um das Geschlecht welches die andere Person dem nonbinären Partner intuitiv zuordnet. Für Pansexualität mag das in dem Fall egal sein, aber de facto könnte sich Jeder mit jeder Orientierung sexuell von einer nonbinären Person angezogen fühlen, wenn Derjenigen die Person als das eigene bevorzugte Partner-Geschlecht wahrnimmt.
Jetzt steht da natürlich im Raum, dass doch Jeder das Recht haben sollte, sich selbst seinem Geschlecht zuzuordnen - und dem würde ich auch gar nicht widersprechen. Ich denke, tatsächlich hat dieses Recht Jeder. Aber Niemand hat ein Bestimmungsrecht darüber, wie er von anderen Personen wahrgenommen wird - und es wäre auch gar nicht umsetzbar, es vor zu schreiben, weil das Niemand steuern kann.
Ziemlich genau das hat auch mein letzter Absatz im ersten Post gemeint. Jede sexuelle Orientierung sucht sich ihren Partner intuitiv aus und Label sind der Orientierung dabei völlig egal.
Mit festgefahrenen Geschlechterrollen hat das aber letztendlich auch nicht viel zu tun, denn dabei geht es ja nicht um das Geschlecht, was wir an einer Person wahrnehmen, sondern die Geschlechterrolle beschreibt ja mehr, ob wir akzeptieren, wie sich eine Person im Kontrast zu diesem wahrgenommenen Geschlecht verhält/darstellt.
Eine Partnerwahl hat also erstmal nicht das System, Geschlechterrollen abzugleichen - oder anders gesagt:
Toleranz findet da statt, wo man Menschen akzeptiert - nicht da, wo man sich Sex mit ihnen vorstellen kann.