Transsexuell
1. Wie fühlt man sich nach einer Umoperation?
- Das kommt darauf an, welche Operation es ist. Grundsätzlich sind alle davon einigermaßen schmerzhaft in der ersten Zeit und man braucht erstmal Erholungszeit, bis man das reflektieren kann. Sobald es einem wieder gut geht, macht man sich eigentlich erst wirklich mit den Veränderungen vertraut - klar ist da auch eine extreme Freude und Erleichterung, weil man sich ja zum ersten Mal richtig - oder zumindest ein Stück richtiger - in seiner Haut fühlt, aber dennoch ist das erstmal fremd, wenn einem plötzlich etwas fehlt, was vorher da war - oder man einen Fremdkörper hat, der erstmal angenommen werden muss. Grundsätzlich betrifft einen das aber eher nur sehr persönlich, weil die meisten transsexuellen schon vor der ersten Operation in ihrem gefühlten Geschlecht leben, eine Hormontherapie bekommen und oft für ihre Außenwelt gar nicht mehr als ihr genetisches Geschlecht zu erkennen sind. An der Sozialisation ändert eine Operation also eigentlich gar Nichts, weil die schon abgeschlossen ist.
2. Wie fühlt es sich an, eine "Transe" zu sein?
- Wie fühlt es sich an, ein Junge oder ein Mädchen zu sein? Transsexuelle fühlen sich genauso, wie jeder Andere auch - sie stecken dabei bloß im falschen körperlichen Geschlecht fest.
Wenn man sich als Junge vorstellt, man würde morgen als Mädchen aufwachen - und Niemand um einen herum kann sich daran erinnern, dass man eigentlich ein Junge ist (außer man selbst), dann dürfte man ungefähr eine Vorstellung davon haben, wie man sich als Transsexueller fühlt. Das ändert sich natürlich, sobald man Menschen findet, die einen ernst nehmen, aber bis dahin ist da oft der Gedanke, ob man selbst einfach spinnt - oder alle Anderen taub und blind gleichzeitig sind.
3. Ist es gut für die Gesundheit?
- Transsexualismus ist als Geschlechtsidentitätsstörung im ICD gelistet und somit als krankhaft diagnostiziert. Gesund ist Transsexualität somit also grundsätzlich nicht, wie auch eine Depression nicht gesund sein kann. Transsexualität ist allerdings auch nicht heilbar, sodass die Behandlung darin besteht, die Differenz zwischen gefühltem Geschlecht und körperlichem Geschlecht einander an zu gleichen. Sobald es die Differenz nicht mehr gibt, löst sich das komplette Störungsbild automatisch auf. Da man an dem Zugehörigkeits-Gefühl eines Transsexuellen zu seinem gefühlten Geschlecht aber genauso wenig Etwas verändern kann, wie an dem eines Nicht-Transsexuellen, gleicht man das körperliche Geschlecht an.
Ein Haken an der Sache ist allerdings, dass jeder Mensch einen gesunden Hormonpegel braucht - sollte bei einem Transsexuellen nun das entsprechende Organ entfernt werden, das das falsche Hormon produziert, muss das richtige Hormon zwingend über die komplette Lebensdauer extern zugeführt werden. Dabei gibt es unter Umständen Nebenwirkungen und Risiken, für oder gegen die man sich entscheiden muss.
Homosexualität
1. Wie fühlt man sich in der Öffentlichkeit, wenn man homosexuell ist?
- Ehrlich gesagt würde ich behaupten, man fühlt sich relativ normal? Ich weiß nicht, wie man sich als Mann in der Öffentlichkeit fühlt, der auf Frauen steht, aber die meiste Zeit über ist das für mich gefühlt jetzt nicht so ein großes Thema, nach welchen Kriterien ich meine Partnerwahl treffe. Wenn ich mit einem meiner bisherigen Partner irgendwo in der Stadt war, denke ich nicht, dass uns so viele Leute überhaupt angemerkt haben, ob wir ein Paar sind oder nicht - was man einem Mann und einer Frau ja auch erstmal nicht ansieht, die gemeinsam unterwegs sind. Klar kam es dann vor, dass doch Mal Jemand abschätzend guckt, wenn man den Arm umeinander gelegt hat oder sowas, aber wenn das neutrale Blicke sind, grüße ich notfalls einfach offensiv freundlich und meistens löst das bei der fremden Person dann auch eher den Höflichkeits-Reflex aus. In der Regel wollen die meisten Leute einem nichts Böses signalisieren mit ihrer Irritation und das merkt man auch - so unterschiedlich oder ausgegrenzt fühlt man sich (meines Erachtens nach) also nicht.