Beiträge von JohnDoe

    JokerBlacky - Wikipedia gibt dir da nicht wirklich wieder, was Rollenspieler mit 'Mary Sue' meinen. Wenn unter Rollenspielern ein Charakter so bezeichnet wird, dann hat das erstmal Nichts damit zu tun, welches Geschlecht der Char hat, wie ideal er dargestellt ist oder wie modern er ist. Gemeint ist im Großen und Ganzen eher, dass der Charakter die umgangssprachliche eierlegende-Woll-Milch-Sau ist, die alles kann und von Allem immer nur das Beste in jeder Hinsicht ist, während der Charakter meistens auch noch Everybodys Darling ist und keine Ecken und Kanten hat. Modern muss der Charakter dafür nicht sein, denn wenn der Ritter in strahlender Rüstung spontan zum Medicus wird, sobald eine Verletzung auch nur in Sicht ist - und er einen Drachen nebenbei durch meisterliches Schachspiel in die Luft schlägt... dann ist das eine Mary Sue. Im sozialen sind diese Charaktere ähnlich. Meistens haben sie Alles schon gesehen, Alles schon gemacht, können immer mitreden und haben eine Hintergrundgeschichte, die so abstrus ist, dass man sie besser auf 10 Charaktere aufgeteilt hätte.


    Zu dem Ding mit dem Rollenspiel und Sex... ich würde vermuten, dass es hier nicht wirklich um erotisches Rollenspiel ging, sondern um Cybersex. Das ist ein sehr großer Unterschied für Rollenspieler, denn die wollen mit Cybersex in der Regel nicht viel zu tun haben, weil sie zumeist professionell genug in ihrem Hobby sind, um keine echte Verbindung zu ihrem Mitspieler einzugehen. Selbst echte Freundschaften sind da eher selten, wenn es nicht um Pen&Paper geht, einfach weil man sich im Inplay nicht von seiner Sympathie/Antipathie dem Spieler gegenüber beeinflussen lassen darf, um konsequent spielen zu können.

    Also ich fand es eigentlich immer komisch, dass viele sowas total ablehnen. Warum gibt es denn immer wieder in Literatur und Film Dreieckssituationen? Weil sich eine Person eben gleichzeitig von mehreren Personen angezogen fühlen kann.

    Ich denke, das kann man so allgemeingültig eigentlich gar nicht sagen - das ist ähnlich mit einem anderen Thread, in dem aktuell gepostet wird, in dem es darum geht, 'wie man nur ein Geschlecht lieben kann'. Natürlich kann man mehr als ein Geschlecht lieben und genauso kann man mehr als eine Person gleichzeitig lieben - aber das muss eben nicht für jeden universal gelten und Diejenigen, für die es nicht gilt, lehnen das für sich persönlich dann eben ab.


    Wichtig ist nur, dass man es als den Lebensentwurf anderer Personen nicht ablehnt, die ja auch das Recht haben, ihre eigene Wahl zu treffen.

    LeaDadadaq Seh ich ähnlich - mit Religionen habe ich auch so gar keinen Vertrag und kann mich nur theoretisch reindenken, woran da geglaubt wird, aber so lange Niemand auf die Idee kommt, mich dem zu verpflichten, darf jeder Andere von mir aus glauben, woran er will.


    Schwierig finde ich eigentlich nur, dass wir Parteien mit christlichen Konzepten haben, obwohl Staat und Religion doch in Deutschland angeblich voneinander getrennt sind. Erschließt sich mir nicht Recht, wie das Sinn macht und wie Politiker meinen, im Sinne von Beidem gleichzeitig entscheiden zu können.


    Letztendlich kann man das aber nur mit Humor nehmen, wenn man nicht wahnsinnig werden will ^^

    Vielleicht bezieht sie sich da auf das christliche Konzept der Ehe - ich kenne ihre genaue Aussage dazu nicht wörtlich, daher mutmaße ich das einfach Mal.


    Ehe lässt sich ja aus der standesamtlichen Sicht sehen, die rein formell ist und mit dem christlichen Tamtam Nichts zu tun hat, aber wenn man das Ganze eben schon religiös betrachtet, dann kann ich das durchaus nachvollziehen, wieso ein gläubiger Christ ein Problem damit hat, den Begriff offener zu sehen. Religion hat mit Logik in erster Linie nicht viel zu tun, sondern damit, Dinge anzunehmen, die Irgendjemand geschrieben hat und die sich weder bekräftigen noch widerlegen lassen.


    Dass Religion auch in der Ehe-Frage endlich kein rechtliches Mitspracherecht mehr hat, ist absolut richtig, aber gut finden muss das ein religiöser Mensch deswegen eben noch lange nicht. Eine fragwürdige Entscheidung für eine Politikerin, aber am Ende des Tages ist auch sie nur eine alte Frau, mit der man vielleicht Nachsicht haben muss :X

    Als Kind/Teenie war ich in der Akrobatik mit Schwerpunkt auf Tanz - die durchgetakteten Trainingsbedingungen haun nicht mehr hin, aber alternative Tänze liegen mir immernoch.


    Ansonsten bin ich generell deutlich mehr bei spontaneren solo-Aktivitäten hängen geblieben. Laufen, Radfahren - viel mit aktivem Rauskommen verbunden.


    Und den Extrem-Schläfern hier schließe ich mich glatt an ;D

    Ich persönlich habe überhaupt kein Problem mit dem Konzept der Polyamorie, kann das ganz gut nachvollziehen und finde auch, dass das eine absolut gleichwertige Variante der Beziehung zu der komplett monogamen Variante ist.


    Für mich selbst könnte ich mir eine polyamore Beziehung aber überhaupt nicht vorstellen, ohne dass das wirklich etwas mit Eifersucht zu tun hätte. Denkbar wäre für mich ganz klar eine offene Beziehung, wenn das ehrlich und klar kommuniziert wird, denn ich selbst bleibe zwar bei der ganz klassisch monogamen Treue, aber habe kein Problem damit, die sexuelle Treue meines Partners anders auszulegen. Den Bereich der Sexualität kann ich also ganz klar teilen, ohne meinen Partner exklusiv für mich haben zu müssen - mit der Beziehung sieht das aber etwas anders aus.


    Ich denke, ich wäre selbst absolut nicht dazu in der Lage, meine Verbundenheit auf zwei oder mehr Menschen gleichwertig aufzuteilen - dabei geht es nicht so sehr darum, selbst die sinnbildliche Nummer 1 sein zu wollen, sondern darum, dass ich dazu neige, meinen Partner automatisch zu meiner Nummer 1 zu machen, sobald sich die Beziehung entsprechend eng entwickelt. Ein zweiter Partner würde da bei mir völlig auf der Strecke bleiben und ich denke, das Ungleichgewicht wäre dann eigentlich gar nicht tragbar. Damit könnte vermutlich die ganze Konstellation dann nicht glücklich werden und ich würde auch Niemanden verletzen wollen.


    Wenn nun lediglich mein Partner eine Beziehung mit einer zusätzlichen Person führen würde, kommt für mich die Überlegung auf, wie das funktionieren sollte - grundsätzlich greift da mein Gedanke der offenen Beziehung, allerdings ist eine vollwertige zweite Beziehung ein völlig anderes Ausmaß, bei dem ich mir nicht recht vorstellen kann, wie der Alltag aussehen sollte, wenn ich mit dieser dritten Person ja eben keine Beziehung führen kann. Das würde bei der Wohnsituation früher oder später schon anfangen und geht ganz banal mit einer Zeitplanung weiter, für die der Tag ja trotzdem nur 24 Stunden und die Woche nur 7 Tage hat. Würde vermutlich in solchen Plänen ausarten, wann nun wo übernachtet und was mit wem unternommen wird, wie sie Eltern von Scheidungskindern haben :D


    Im Großen und Ganzen muss ich also sagen - geht für mich absolut klar für Jeden, der das hinbekommt, aber ich glaube, ich bin in Sachen Liebe nicht Multitasking-fähig.

    Da würde ich OldschoolMan1987 einfach Mal zustimmen. Single zu sein ist in meinen Augen die bessere Alternative dazu, sich einfach Irgendwen zu suchen, um nicht alleine zu sein - und zudem komme ich mit dem allein sein eigentlich auch ganz gut klar, mag meine Freiheiten und will nicht unbedingt Kompromisse eingehen, wenn sie es mir nicht wert sind.


    Dennoch würde ich diese Freiheiten natürlich auch gerne wieder aufgeben, wenn es denn richtig erscheint und hin und wieder sind Gedanken an vergangene Beziehungen definitiv auch noch da. Ganz bewusst würde meine Wahl also eher auf die Beziehung fallen, als auf das Single-Leben, aber das muss sich erstmal ergeben und dann auch wirklich passen.

    Ein komplett neutrales Liebeslied - und wohl eines der schönsten, die ich kenne.

    Zwecks Tonqualität leider ohne Originalvideo, aber da gibt es ohnehin nicht viel zu sehen ^^

    Thomas D - Liebesbrief

    Ich bin zwar nicht bisexuell und kann bei dem eigentlichen Thema nicht viel beitragen, aber mit der Sicht eines Partners kann ich dienen.


    Ich denke, die einzige Möglichkeit, damit fair für euch Beide umzugehen, wäre es deinem Freund zu sagen, was Sache ist - das musst du ja nicht machen, indem du ihm ganz klar sagst, dass du gerade Lust hast, mit einer Frau zu schlafen, sondern das geht ja auch erstmal ganz theoretisch, dass du eben so in deinen Interessen schwankst und mit ihm gemeinsam überlegen möchtest, wie ihr damit umgeht und wo eure Grenzen liegen.


    Wenn er dann sagt, dass er sich überhaupt nicht vorstellen kann, darauf einzugehen, dann musst du dir überlegen, ob das für dich funktioniert - vielleicht hat er aber auch gar kein Problem damit, die Beziehung etwas offener zu gestalten und auch da könnt ihr euch dann überlegen, was ihr wollt und was nicht geht.


    So lange du keine Entscheidungen ohne ihn triffst, wüsste ich nicht, wieso er ein Problem damit haben sollte, an deiner Gefühlswelt Teil zu haben. Würde ich jedenfalls so beurteilen, wenn ich in seiner Situation wäre.

    Muss mich da ebenfalls anschließen. Wie bei Miina kam das Mobbing auch bei mir erst verspätet ab der 7. Klasse. Lag vermutlich daran, dass ich generell keine Freunde in meinem Jahrgang hatte, sondern in meiner Freizeit mit Leuten aus zwei Jahrgängen über mir rumhing, zu denen einfach meine beste Freundin aus dem Kindergarten gehörte.


    Dazu kam, dass ich eine ziemliche 'dagegen'-Phase hatte ich gegen alles rebelliert hab, was irgendwie ging. Das fing rein optisch schon mit den ersten Piercings und gefärbten Haaren an und ging damit weiter, dass ich Schule echt nicht für wichtig hielt, wenn ich abends auch einfach länger weg bleiben konnte. Meine Lehrer hatten mich dafür sehr schnell auf der Abschussliste und haben mit systematischem Wegsehen in das Mobbing eingestimmt, das Teils auch sehr handgreiflich wurde.


    Geholfen hat da letztendlich nur ein Schulwechsel und so schnell wie möglich von der Schulbank weg kommen, um das Ganze später über den zweiten Bildungsweg nach zu holen.


    Da ich aber mittlerweile wieder in dem Ort lebe, in dem ich aufgewachsen bin, hatte ich das fragwürdige Vergnügen, auf einige der Mitschüler jetzt Jahre später wieder zu treffen und kann zumindest aus meiner Erfahrung versichern, wenn Ar***löcher erwachsen werden, werden auch manche von denen schlauer. Mindestens eine nachträgliche Entschuldigung war mit Sicherheit ehrlich gemeint und man grüßt sich mittlerweile, ohne ein doofes Gefühl dabei zu haben.

    Ich glaube, das einzige, was du wirklich falsch machen kannst, ist dir Druck machen - gerade weil du ja sicher möchtest, dass der erste Kuss, der dir ja am wichtigsten ist, etwas besonderes sein wird. Das Besondere an den 'ersten Malen' ist ja aber eigentlich, dass es neu ist und meistens absolut unvorhergesehen.


    Dabei glaube ich eigentlich, dass es erste Male immer wieder gibt - eigentlich mit jeder neuen Person, weil das immer anders ist und meistens in irgendeiner Weise besonders, wenn das nicht einfach Irgendjemand ist, den man nicht kennt. Trotzdem würde ich dir zustimmen, dass der erste Kuss da was spezielleres ist, denn zumindest ich kann mich an den wirklich noch sehr genau erinnern, obwohl ich 13 war und das nun ja auch schon 13 Jahre her ist


    Dass das so einprägsam ist, liegt aber nicht daran, dass die Kulisse irgendwie besonders war oder es andersartig filmreif gewesen wäre. Mich hat ein guter Freund vom Sportplatz nach Hause gebracht (wo wir damals ständig mit mehreren Freunden rumgesessen und geraucht haben, weil das zu Hause natürlich niemand wissen durfte), es hat geschüttet, wie aus Eimern und im Dunkeln mit Straßenlaternen sehen Baustellen in einem winzigen Kaff vor einem Abrisshaus auch echt nicht romantisch aus. Trotzdem war es perfekt, wie es war, weil wir beide vermutlich nicht wussten, was wir da machen oder dass wir das machen würden.


    Lass es also einfach auf dich zukommen und versuch nicht, das einfach irgendwie hinter dich zu bringen, denn das kannst du eigentlich nur bereuen.

    Ich denke, der Begriff der Heterosexualität ist hier einfach mehrdeutig gemeint, weil es Wortschöpfungen wie cis vermutlich noch nicht in den Duden geschafft haben - und man es vielleicht auch vermeiden wollte, es aufnehmen zu müssen. Wobei heterosexuell als Gegenteil von queer sogar eine logische Konsequenz ist, wenn man sich die Wortherkunft zu queer eben ansieht. Dass du die Vermischung meintest, hatte ich schon verstanden, aber der Duden ist ja keine Sozialwissenschaft, sondern pure Germanistik.

    An sich würde ich dir da völlig zustimmen, weirdo - aber andererseits greift der Duden das schon ganz richtig auf, denn zumindest in der online Version wird es in zwei Bereichen getrennt definiert. Einen aktuellen in Buchform hab ich leider gerade nicht zur Hand :D


    Einmal wird dort als Wortherkunft definiert:

    "englisch queer = sonderbar, merkwürdig; andersartig, weitere Herkunft ungeklärt (vielleicht aus dem späten Mittelniederdeutschen und verwandt mit quer); die Bedeutung »homosexuell« stammt aus dem Amerikanischen der 20er-Jahre des 20. Jh.s"


    Und einmal als Bedeutungsübersicht:

    "(von einer Person) in der Geschlechtsidentität von einer gesellschaftlich verbreiteten heterosexuellen Norm abweichend
    Beispiel

    queer sein, leben"


    Ich finde, das könnte ziemlich genau so auch von der LGBTI-Szene angeboten worden sein, denn genau so verwenden wir das Wort doch. Genderqueer spricht ganz klar von Geschlecht und entspricht einer Identitäts-Spielart. Irreführend ist das in jedem Fall, aber irgendwie dürfen wir uns ja auch nicht wundern, wenn man unsere Vokabeln übernimmt, wenn sie lange genug gepredigt werden.

    Von Outing habe ich tatsächlich gar nicht gesprochen - ich oute mich selbst im realen Leben so ziemlich Niemandem gegenüber, der nicht Familie, feste Beziehung oder sehr enge Freundschaft ist. Ich wüsste also nicht, wieso ich da anderen ein Outing empfehlen oder es sogar voraussetzen sollte. Ich rede davon, umzusetzen, was man möchte und dafür braucht man kein Outing - Outing braucht man, wenn man nicht selbst umsetzt, sondern die Anderen umsetzen sollen. Jedenfalls dann, wenn es um die eigene Identität geht und nicht um sexuelle Orientierungen.


    Was unsere Meinungen angeht, hast du wohl Recht - sie sind intern in der Szene völlig irrelevant - und meine sogar deutlich mehr, als deine, weil die Personen, die meine Meinung teilen, sich eben nicht in der Szene bewegen, sondern es schlichtweg meiden, sich damit rum zu ärgern. Ich kann das ganz gut nachvollziehen, weil es einfacher ist, sehr viele Nerven weniger kostet und Diejenigen auch keinen persönlichen Mehrwert davon hätten. Deshalb existiert dieser Thread, denn genau Diejenigen bräuchte es in der Community, um Transsexualität auch außerhalb der Selbstfindungsphase zu repräsentieren, aber das lässt sich leider nicht einfordern, so lange es ausschließlich für Jugendliche attraktiv wirkt und für Personen, die das irgendwie für sich entdecken. Obwohl man hier ja sogar lesen konnte, dass sich auch nicht alle Jugendlichen unbedingt mit jeder Vermischung verbunden fühlen, die man einfach trotzdem vornimmt - da zu sagen, man kennt nur Leute, die das ok finden, ist einfach kein gutes Argument. Offensichtlich gibt es auch genug, die es nicht ok finden, aber die kann man getrost überhören, wenn man sein Ding dann trotzdem durchziehen kann, denn es ist ja leichter, den aktuellen Ist-Zustand zu halten.


    Fazit wäre in meinen Augen also - ja, es ist irrelevant, wer sich in der Szene aus welchem Grund nicht wohl fühlt, aber das heißt nicht, dass ich mich nicht darüber beschweren werde, warum sich Diejenigen nicht wohl fühlen, zu denen ich mich klar dazu zähle.

    ...

    Vielleicht noch ein weiterer Diskussionspunkt zu diesem Thema: Was ist, wenn ein geliebtes Haustier beim Tierdoc eingeschläfert werden soll/muss?

    Aktive Stebehilfe bei Menschen ist hier in Deutschland sehr umstritten und verboten, aber was, wenn ein Tier leidet und sich quält? Es selbst kann nicht über den Tod entscheiden, der Mensch allerdings schon.

    ...

    An der Stelle sind das ja irgendwie zwei verschiedene Arten von Sterbehilfe, über die du redest. Zum einen die Sterbehilfe, bei der der Kranke nicht entscheiden kann - das können auch Menschen sein - und die Sterbehilfe, zu der der Kranke zustimmt - das können Tiere nicht. Die Form von Sterbehilfe, bei der der Kranke nicht zustimmen kann, haben wir indirekt, wir nennen sie nur nicht Sterbehilfe. Wenn ein Mensch z.B. einen schweren Unfall hat, danach ins Koma fällt und keine Stabilisierung in Aussicht ist, dann ist das so eine Situation und dann entscheiden Ärzte mit Angehörigen zusammen über das Leben oder Sterben dieses Menschen.


    Jetzt ist da aber der schwierige Punkt, dass das Einschläfern eines Tieres irgendwas zwischen beiden Varianten beim Menschen ist - einerseits wird das Tier nicht gefragt, aber andererseits ist es bei voller Wahrnehmung. Ich denke, wenn wir aber die Situationen bedenken, in denen ein Tier gesundheitlich steckt, wenn wir es einschläfern lassen, dann ist das von uns eine sehr empathische Entscheidung - grausamer ist doch eigentlich die Tatsache, dass wir diese Empathie einem Menschen gegenüber nicht haben und es ihm selbst dann nicht erlauben, wenn er darum bitten würde. Ich denke, das hat etwas mit einem nachvollziehbaren Egoismus zu tun, denn wenn wir Menschen eines nicht können, dann Verluste ganz bewusst in Kauf nehmen und so sehr man ein Haustier vielleicht auch liebt, wird das niemals an die Liebe rankommen, die wir für einen nahstehenden Menschen empfinden, mit dem wir mehr teilen - und deswegen erwarten wir irgendwie, dass Dinge ertragen werden müssen, um einen Verlust aufzuschieben.

    Im Grunde würde ich sagen, du hast da schon ganz Recht - aber das muss man vermutlich im größeren Zusammenhang sehen.


    Wenn man von der Menschheit ausgeht, ist es absolut fragwürdig, wie wir mit allem Anderen umgehen, was auf diesem Planeten existiert. Das schließt nicht nur Tiere ein, sondern jede Form von Organismus in welcher Form auch immer. Wir besitzen z.B. in Deutschland ja nichtmal mehr Wälder, sondern Baumplantagen, die nach Bedarf künstlich geplanzt sind und für uns nur nach Wald aussehen, weil wir echte Wälder gar nicht mehr kennen.


    Wenn wir jetzt aber von uns als Einzelpersonen mit unseren Tieren ausgehen, sieht das ein bisschen anders aus, denn wir haben eigentlich nicht wirklich eine Wahl. Würden wir Tiere nicht halten, dann würde es faktisch keine Tiere in unserer direkten Umgebung mehr geben. Die wenigsten Tiere wären überhaupt in der Lage, hier noch zu überleben und die wenigen, die das würden, würde man nicht einfach frei leben lassen. Wenn ich einem Tier ein zu Hause gebe, dann kann ich es im Grunde gar nicht frei leben lassen, weil ich davon ausgehen müsste, Irgendjemand fängt es ein, bringt es zu mir zurück, falls ich als Besitzer nachvollziehbar bin oder es würde schlichtweg nicht überleben.


    Ich bin mir letztendlich also nicht sicher, ob wir unsere Tiere einsperren oder ihnen im Bestfall nicht einfach die einzige Möglichkeit geben, wie sie in unserer Umgebung existieren können, ohne dass wir Menschen selbst die größte Bedrohung sind. In dem Film Matrix gab es den schönen Vergleich der Menschheit mit einem Virus - ein bisschen was wahres ist da wohl leider dran, denn parasitär verhalten wir uns jeder Existenz gegenüber.

    Wenn ihr bei den reinen Schriftelementen bleiben wollt, würde ich da gar nicht mehr groß etwas verändern. Was die Typografie angeht, ist das top umgesetzt, die Farbverläufe sind gut und die Textur ist auch sauber.


    Ich wollte damit bloß sagen, das bildliche Darstellung meistens den größeren Effekt erzielt, aber eben eindeutig ein Mehraufwand ist. Müsstet ihr abwägen, ob euch die Aussage der Schrift ausreicht oder der Aufwand für Foto oder Grafik machbar wäre.


    Ich geb dir Mal ein Beispiel, wie der Kontrast von bildlicher Darstellung aussieht, auch wenn das hier ganz klar eine professionelle Qualität hat, die im privaten Rahmen kein Standart ist.

    Das Ganze stammt von der Kampagne NOH8 und über Google findet man dazu unsagbar viele Fotos prominenter Gesichter.

    tegan-and-sara.jpg

    Ich finde die Schriftstile sind sauber umgesetzt und die Sprüche selbst sagen auch aus, was ihr euch dabei gedacht habt und wie ihr das Thema angeht.


    Ich persönlich finde es aber noch sehr passiv und zahm - das ist einfach nur meine Geschmackssache - denn Hashtags und Sprüche sind in der Regel nicht sehr einprägsam. Bilder erzeugen meistens Irgendetwas beim Ansehen - im besten Fall etwas emotionales, dem man sich nicht entziehen kann, während ein kurzer Schriftzug in der Regel eher ein moralischer Appell ist, den man wahrnehmen - oder eben auch ignorieren kann. In der Produktion sind gute Bilder aber ein riesen Aufwand, das weiß ich selbst und daher ist die Schrift sicherlich eine gute Alternative, auch wenn man damit Abstriche macht.

    Bei dem Text hab ich tatsächlich eher was melodischeres im Ohr, was Richtung Disharmonie und klassichem Gesang tendiert - Poets of the Fall wären da ein gutes Beispiel für.

    Ich weiß nicht, wie das nun passiert ist, aber jetzt sind wir an einem Punkt, an dem wir - denke ich - nicht mehr aneinander vorbei reden. Zumindest habe ich das Gefühl, dass ich Alles ganz handfest nachvollziehen kann, was du schreibst, ohne mich wirklich erst reindenken zu müssen.


    Fangen wir also von diesem Punkt aus an. Was du dafür tun kannst, nicht weiblich wahrgenommen zu werden, kann ich dir leider so genau gar nicht erklären. Klar gibt es die Diskussion bei Trans genauso, wie das nun mit dem Passing aussieht - Manche schwören darauf, sich ganz bewusst Verhaltensweisen anzueignen, die sie als typisch für das Gegengeschlecht empfinden und Andere raten eher davon ab, zu schauspielern. Ich würde davon abraten. Stattdessen denke ich, dass es erstmal hilfreich wäre, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie dich deine Umwelt eigentlich aktuell wahrnimmt - das kannst du zum Beispiel machen, indem du Mal eine Kamera aufstellst, wenn du alleine bist und dich einfach Mal aufnimmst, wenn du Telefonierst, um zu hören, wie du sprichst oder wenn du gerade aufräumst oder was anderes aktiveres machst, um zu sehen, wie deine Motorik aussieht. Erst wenn du kennst, wie du wirkst, kannst du daran etwas verändern, ohne wen Fremdes zu kopieren oder künstlich zu wirken - und nur wenn du dich wirklich von außen wahrnimmst, merkst du den Unterschied zwischen deiner Selbstwahrnehmung und der Fremdwahrnehmung.


    Das mit dem Binder halte ich weniger für ein Problem - die meisten Menschen achten gar nicht so sehr darauf, welche Körperstellen vielleicht ein wenig weiblicher wirken. Auffälliger ist alles das, was man tut, nicht wie man als Körper aussieht, solange es nicht absolut offensichtlich ist.


    Genau das ist aber tatsächlich auch der Punkt, an dem ich das nonbinäre Konzept in deinem persönlichen Fall ernst nehme, denn ich lehne es grundsätzlich ja so oder so schonmal nicht ab - ich toleriere es wirklich, aber ich nehme es an einer Person erst dann ernst, wenn Derjenige nicht nur davon redet, was er ist und ich das dann im Kopf umsetzen soll, sondern da eben auch eigene Leistung kommt.


    Was Gender-Entwicklung in der Geschichte angeht... trockenes Thema, aber ich sags Mal so - jeder Mensch ist auf seine Weise anders und ganz sicher waren das Menschen schon immer in jede Richtung, die man sich irgendwie denken kann. Dass es da nun einen Unterschied gibt und ich unseren Altersunterschied ansprach, liegt einfach daran, dass wir alleine deswegen sicher schon einen unterschiedlichen Blick auf Ausprägungen haben. Für dich ist alles das nah an dir dran, was in deinem ungefähren Altersbereich stattfindet und für mich ist alles das gefühlt nah an mir dran, was in meinem Altersbereich gängig ist. Wenn du dir jetzt Leute in meinem Alter ansehen würdest, dann würden die ganz viele Dinge tun, die ich für normal halte und die mir nicht auffallen - während du bei Manchem davon ganz sicher sagen würdest, das wirkt irgendwie schräg. Andersrum ist das exakt genauso. Wenn zu dir Jemand kommt, der so alt ist, wie du auch und dir sagt 'hey, ich bin übrigens trans/nonbinär/xy-nicht-cis', dann ist das für dich eine Information, die du vermutlich annimmst und die der Wahrheit entspricht, auch wenn das gefühlt jeder dritte Jugendliche sagt. Für mich ist es schräg und nicht zwangsläufig die Wahrheit. Für die meisten Transsexuellen, die ich kenne übrigens auch, aber die sind ungefähr in meinem Alter und haben dementsprechend den selben kritischen Blick auf sowas.


    Das liegt einfach daran, dass man sich daran erinnert, was man selbst vor entsprechend vielen Jahren so gemacht hat und das meiste davon... ich sags Mal so, man hat Vieles gemacht, um irgendwie 'anders' zu sein und für fast Alles davon würde ich mich heute selbst belächeln. Klar wird es genug Jugendliche geben, die eben wirklich so sind, aber bei den Meisten ist es eine Phase, die vorbei geht, wenn es out wird und der Trend ist derzeit eben das nicht-cis-sein. Damit meine ich aber nicht dich speziell, sondern allgemein die derzeitige Bilanz unter Jugendlichen, die höher liegt, als irgendwie nachvollziehbar wäre.


    Auch dein letzter Absatz klingt diesmal völlig anders, als der im letzten Post. Dass ich ausschließlich Transsexuelle kenne, die genau andersrum ticken, als Diejenigen, die du kennst - ich denke, das ist das Ding mit der Wahrnehmung Gleichaltriger. Dennoch würde ich sagen, die Bereitschaft für Unterstützung der nonbinären Geschlechter ist da - mir würde auch nicht einfallen, wieso ich nicht darauf reagieren soll, wenn Jemand um Hilfe bittet. Der Punkt ist nur, wir werden nicht gefragt und wir haben nicht die Wahl, wie wir helfen. Es wird in unserem Namen einfach gehandelt und wir dürfen dann irgendwie wieder gerade rücken, was aus dem Bild von trans entsteht und das ist eben der Punkt, ab dem für sehr Viele die Hilfsbereitschaft aufhört. Für Trans tun wir selbst schon genug, das ist nicht die Baustelle nonbinärer Geschlechter, deshalb wäre es vermutlich sogar sehr viel Konstruktiver, Transsexuelle in euer Boot zu holen - statt in unser Boot zu springen und es zu kentern. Ich glaube, der Vergleich beschreibt einigermaßen, was ich meine.


    Was du mit gewaltsam am Ende meinst, verstehe ich nicht ganz - in der Regel hilft Gewalt bei gar Nichts. Kommunikation ist da die bessere Lösung und die würde zum Beispiel darin bestehen, zu seinem Geschlecht zu stehen, wenn man von Anderen möchte, dass sie es respektieren. Es ist völlig egal, ob Jemand nicht weiß, was nun Nonbinary ist, solange es sich Derjenige erklären lässt und dich toleriert - gut finden muss ers nicht und er darf dich trotzdem sehen, wie er möchte, aber tolerieren muss er es. Und ich bin mir sicher, jeder Transsexuelle, der es mitbekommt, wenn Nonbinary wirklich diskriminiert wird, wäre hilfsbereit genug, dann mit ins Boot zu kommen und das ist die einzige Art und Weise, wie Unterstützung fair funktionieren kann.