Beiträge von JohnDoe

    LeGar - ja, stimmt schon, dass die Ehe für Alle nicht wirklich für jede Form der Beziehung gilt. Ich schätze aber fast, dass die Politik Ehe für alle Menschen meinte, statt für jede Beziehungsform, weil es auf den ersten Blick ja danach aussieht, als würde die Ehe zwischen Homosexuellen jede Konstellation einschließen, die keine hetero-Ehe ist.


    Andererseits ist da aber ja noch das Ding, dass einige der übrigen Konzepte der Ehe bei uns aktuell rechtlich nicht machbar wären und da erstmal Verbote weg müssten, bevor Ehe in vielen Bereichen denkbar wäre.


    Letztendlich denke ich, du hast eigentlich Recht damit, dass es am leichtesten wäre, das Konzept Ehe einfach in dieser Form aufzulösen und ein anderes System zu nutzen, aber ich fürchte, bevor das passiert, werden eher noch mehr Formen der Ehe geöffnet, einfach weil die Kirche doch noch zu viel Einfluss in unserer Politik hat, um die Ehe einfach so abschaffen zu lassen.

    Hrm, auch da wird aber offen gelassen, ob es Intersexuellen möglich ist, ihren Personenstand rückwirkend auf nicht männlich oder weiblich ändern zu lassen. Ist ebenfalls nur die Rede von Kindern nach dem Beschluss.


    "Offen ist auch, ob das Gesetz rückwirkend gelten wird: Was heißt das neue Recht für die Kinder und Erwachsenen, die als Intersexuelle leben möchten, aber früher bereits als männlich oder weiblich eingetragen wurden?"


    Wenn es nach wie vor nur die Kinder seit Beschluss betrifft, sind Diejenigen heute höchstens 4 - wäre also unwahrscheinlich, dass Diejenigen damit zu kämpfen haben, wegen ihrem neutralen Eintrag nicht heiraten zu können - was Nichts daran ändert, dass dafür gesorgt werden sollte, die Ehe auch in diesem Fall zu ermöglichen.

    Ich denke, der Unterschied, der mir bei allen drei Begriffen im Vergleich zu Transgender auffällt, ist dass sie eher aus so einer gewissen 'Trash'-Ecke kommen - sind Begriffe, über die man in der Regel in Verbindung mit Fanfiction oder Porn stolpert und entsprechend sexualisiert sind sie auch gemeint.


    Shemales meint in erster Linie Personen, die klar weiblich sind - oft sogar sehr übermäßig erotisch feminin - dazu aber einen Penis haben. Das kann eine Mann-zu-Frau Transsexuelle sein oder im Fiction-Bereich eine Shemale als eigenständiges Geschlecht.


    Trannies ist ein eher umgangssprachlicher Ausdruck für Alles, was irgendwie Trans ist - Transgender, Transvestit etc. - taucht aber auch eher in Verbindung mit Porn, Erotik und co. auf oder ist abfällig gemeint.


    Femboys sind übermäßig feminine, junge Männer - weniger natürlich feminin, sondern sehr plakativ feminin, wie man es auch gerne aus der Fanfiction-Ecke oder der Twink-Abteilung kennt. Trans sind diese Männer in der Regel nicht und eine bestimmte sexuelle Orientierung ist auch nicht vorausgesetzt.


    Alles in Einem sind das alles drei also eher 'Szene'-Ausdrücke, während Transgender einen klinischen Zustand beschreibt und einfach meint, dass das gefühlte Geschlecht einer Person nicht mit dem genetischen Geschlecht überein stimmt.

    ...

    Ich habe neulich einen Artikel gelesen, laut dem intersexuelle Menschen, deren Personenstand weder männlich noch weiblich ist, von dem neuen Gesetz diskriminiert werden, weil es da heißt, die Ehe werde von "zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts" geschlossen.

    ...

    Ist die Frage, welche Form von Diskriminierung in dem Artikel gemeint war, denn so weit ich weiß, gibt es bei uns noch nicht die Möglichkeit, einen anderen Personenstand als männlich oder weiblich zu haben. Deswegen ist es ja so utopisch, dass in den aktuellen Genderdiskussionen verlangt wird, Pronomen offiziell anzuerkennen, denn selbst Intersexuelle kämpfen schon recht lange dafür, sich nicht zwischen männlichem oder weiblichem Eintrag entscheiden zu müssen, obwohl Intersexuelle die Notwendigkeit dafür ganz klar belegen können.


    Wenn sich daran nicht kürzlich etwas geändert hat, heißt das, dass Intersexuelle heiraten können, weil sie einen männlichen oder weiblichen Personenstand haben und das ja das Einzige ist, was amtlich von Interesse ist. Bürokratisch steht das Geschlecht nunmal im Ausweis.


    Diskriminierend mag es dennoch sein, eine Ehe so zu definieren, dass sie zwischen Menschen des selben oder gegensätzlichen Geschlechts geschlossen wird, aber so lange es nur um Formulierungen geht und eine entsprechende Gruppe nicht wirklich davon eingeschränkt wird, halte ich es für ein ziemliches Luxusproblem. Dass es keinen neutralen Eintrag für Intersexuelle in den Personalien gibt, ist da die deutlich größere Diskriminierung.

    Wie genau meinst du das LeGar - geht es dir da gerade um die Anzahl der Personen oder um die Orientierungen/Geschlechtsidentitäten?


    Weil die Orientierungen/Geschlechtsidentitäten dürfen ja nun schon untereinander heiraten. Als Transgender z.B. War es vor der Ehe für Alle eben so, dass der Personenstand entschieden hat, ob die Ehe möglich ist, denn ein genetischer Mann, der als Frau lebt und einen weiblichen Personenstand hat, hätte einen Mann heiraten können, aber keine Frau - einfach weil Homo-Ehe ja noch nicht ging. Jetzt können Transgender aber unabhängig des Personenstandes heiraten, weil homosexuelle Paare es ja generell dürfen.


    Das Einzige, was in deinem Beispiel aktuell nicht geht, ist eben die Anzahl der Personen.

    Also so rein moralisch gesehen würde ich tatsächlich kein Problem darin sehen, wenn mehr als zwei Menschen eine Ehe miteinander führen dürfen - dass es Polyamorie gibt, ist ja kein Geheimnis und ich denke, das sollte eigentlich den Beteiligten überlassen sein, wer wen heiratet, so lange es eben keinen strafrechtlich relevanten Punkt dagegen gibt.


    Nun ist es aber in Deutschland aktuell ja so, dass es tatsächlich eine Straftat wäre, mit mehreren Personen gleichzeitig eine Ehe zu führen - da geht es nicht um eine Ehe, in der sich mehrere Personen befinden, sondern um mehrere Ehen, in der sich eine Person befindet. Das auf zu dröseln, wäre da wohl schonmal eine Grundvoraussetzung und dann bleibt eben noch die Frage, wie stark eine Ehe-Öffnung zwischen mehr als zwei Personen finanziell ausgenutzt werden könnte.


    Ich bin mir fast sicher, dass man unglaublich viel damit drehen könnte, wenn genug kriminelle Energie da ist, den Staat zu betrügen, daher weiß ich einfach nicht, in wie weit es aktuell ausreicht, rein moralisch zu entscheiden. Würde wohl eine Vorarbeit der Politik verlangen, wie man das rechtlich sicher umsetzen kann.



    Was meiner Meinung nach aber sehr wohl rein moralisch beantwortet werden könnte, ist die Frage, ob eine Ehe-Öffnung z.B. für Geschwister stattfinden sollte - auch das ist aktuell strafrechtlich relevant, weil Inzest in Deutschland ganz klar verboten ist. Eine Ehe-Öffnung wäre da reine Utopie, so lange die intime Beziehung zwischen Geschwistern schon als Straftat gilt.


    Meiner Meinung nach zwar eine absolute Anmaßung, erwachsenen Menschen eine Beziehung auf einvernehmlicher Basis zu verbieten und ich denke, das Gesetz gehört abgeschafft, aber so lange es existiert, ist eine Ehe-Öffnung nicht denkbar.



    Mehr Szenarien fallen mir nun spontan gar nicht ein, in denen eine Ehe-Öffnung denkbar wäre - Ehe mit Kindern und Dergleichen wäre meiner Meinung nach überhaupt nicht diskutabel, da klar kriminell und nicht einvernehmlich, daher muss ich mich dazu gar nicht wirklich äußern, denke ich.

    ...

    Sowas sollte Verboten werden,

    ...

    Ich bin Froh in einem Land leben zu Dürfen wo das meiste Normal abläuft.

    ...

    Das beziehst du auf Mord und ähnliche Verbrechen und dementsprechend ist das auch Alles schon verboten und muss nicht erst verboten werden. Ein Glaube kann deshalb nicht verboten werden, wenn die Verbrechen kein Teil des Glaubens sind, weil es Religionsfreiheit gibt und das ist auch gut so.


    Dass Österreich ein Land wäre, in dem es keine Kapitalverbrechen gäbe... frag Mal Google oder Youtube nach Jack Unterweger ^^

    Indirekt stimmt das schon, was dir da gesagt wurde - also das mit dem Glauben an sich selbst. Es geht da aber eher darum, sich selbst zu vergöttlichen, denn im Satanismus gibt es nunmal nicht Gott, sondern die Praktizierenden als 'Gottfigur' diese Praktizierenden sind aber nicht alle gleich göttlich und da ist der Knackpunkt, den ich mit Scientology vergleichen muss, weil das das einzige ähnliche Konzept ist, das mir dazu einfällt. Deshalb auch die Notwenigkeit einer Gruppe, weil diese Dynamik mit sich alleine gar nicht wirklich funktioniert. Sicher kann man auch alleine seine Göttlichkeit ausleben und Texte dazu lesen, aber das wäre ungefähr so, wie als gläubiger Christ alleine Weihnachten zu feiern.


    Das mit den Kids... frag Mal einen 13jährigen Punker, was es heißt, Punk zu sein. Ich denke, da kommen dann auch Auslegungen bei rum, die es zwar gibt, weil genug Kids das so eben leben, aber die Definition ist dann eben eine spezielle, die man eher auf dem Schulhof findet. Ein wahrer Kern ist auch da dann natürlich dabei - gefärbte Haare und das obligatorische Nietenarmband wären ja durchaus Etwas, womit man nicht ganz Unrecht hätte, das in dem Beispiel zuzuordnen - aber es wäre eben nur die Hülle des Ganzen.


    So ist das aber wohl bei so ziemlich Allem. Alles, womit sich ein Jugendlicher definieren kann und es auch tut, wird mit ziemlicher Sicherheit auf eine eigene Weise definiert sein. Gibt wohl Niemanden, der das nicht irgendwann gemacht hat oder es noch tun wird, aber heute sind es eher sexuelle Orientierungen, die ihre Revolution in Sachen Identität Jugendlicher erleben - davor warens 'politische' oder 'religiöse' Identitäten.

    Genau darum geht es im real praktizierten Satanismus nicht wirklich - mag Spinner geben, die das machen und sich dann hinter einem Glauben verstecken, aber grundsätzlich gehört das nicht zusammen.


    Im Prinzip ist das eher ein gemeinschaftliches Ding, was auf Rangstrukturen basiert und - ähnlich wie Scientology - weniger nah an anderen Religionen ist, sondern an elitäre Firmenpolitik erinnert, die mit Glaubensgrundsätzen gewürzt ist.


    Klar kann man auch das als Sekte sehen und ich würde es wohl auch so nennen, aber mit Opfer-Riten und dem Hokus Pokus, für den Satanismus so im Volksglauben steht, hat es in Wahrheit nicht viel zu tun.

    Verstehe - solche 'Rituale' hätte ich dir nun auch nicht unterstellt, immerhin geht es da ja schlichtweg um strafbare Handlungen, die sich mit keiner Art von Glauben rechtfertigen lassen.


    Dementsprechend unangebracht würde ich es auch finden, dich als kriminell abzustempeln, aber je nachdem wie ernst du das Ganze auslebst und mit welcher Art Menschen du da zu tun hast... genieß das mit Vorsicht, denn du kannst nicht in die Köpfe Anderer sehen und manchmal sind es gerade die seriöseren Menschen, die Gewalt ausüben können, ohne dass es nach Gewalt aussieht.


    Zu einer Moralpredigt soll das nicht verkommen und ganz so ernst meine ich es auch nicht, aber ich wills lieber gesagt/geschrieben haben.


    Ansonsten wünsche ich dir damit einfach... ja, was wünscht man da ^^? - dass du findest, wonach du suchst?

    Irgendwas Gutes eben, was du brauchen kannst!

    J-Dog

    Funktioniert Satanismus nicht eigentlich nur dann, wenn man Teil einer Gruppe ist, weil es auf einem sozialen Gefüge basiert? Zumindest funktioniert so der Satanismus, wie ich ihn für allgemein bekannt hielt - ganz seriös, ohne die Dokus und Texte zu meinen, von denen du dich schon distanziert hast.


    Wenn wir da vom selben Satanismus reden... wie konvertiert man da? Hast du so eine Gruppe gefunden oder praktizierst du das eher nach deiner eigenen Auslegung alleine?


    Es fällt mir immer ein wenig schwer, es als Satanismus zu erkennen, wenn einem Jemand so locker davon erzählt - was in solchen Kreisen einfach nicht als üblich gilt - und es sich dabei vermutlich um einen Jugendlichen handelt, daher interessiert mich das nun ziemlich ^^

    Ich mache eigentlich gar kein großes Geheimnis daraus, wen ich wähle, also kann ich eigentlich auch hier sagen, wie ich abgestimmt habe - meine Wahl fiel auf 'Sonstige', weil meine Stimme an 'Die Partei' gehen wird.


    Ich wähle Die Partei nicht, weil ich die Illusion hätte, sie würde es zu einer Mehrheit bringen und auch nicht deshalb, weil ich mir vormachen würde, meine Stimme würde einer anderen Partei damit wirklich fehlen. Ich wähle sie ausschließlich, weil ich mich als Nichtwähler verstehe und mir Die Partei eine gute Wahl dafür scheint, ein wählender Nichtwähler zu sein.


    Ich kann dich, weirdo, da aber sogar ein bisschen verstehen, dass es dich aggressiv macht, wenn sich Jemand beschwert, der nicht wählt - oder so wie ich, nicht ernsthaft wählt, denn ja, eigentlich trage ich Nichts dazu bei, dass sich Etwas ändert. Ich denke aber, dass ich gute Gründe dafür habe, das trotzdem zu tun und auch aus meiner Sicht das absolut Richtige damit zu tun. Demokratie bedeutet nicht nur, dass Jeder das Recht hat, zu wählen, wie er wählen will, sondern Demokratie heißt auch, dass Jeder das Recht hat, nicht wählen zu müssen, wen er nicht wählen will. Genau dieses Recht nutze ich, denn ich will keine der Parteien wählen, die in Deutschland realistische Chancen haben, an die Macht zu kommen.


    Ich bin linksliberal eingestellt, aber mich vertritt die Linke schlicht und einfach nicht, weil sie zu ihren tollen Programmen genauso wenig stehen, wie jede andere Partei auch. Letztendlich kommt von allen nur heiße Luft, wenn sie große Reden schwingen können, aber wenn es ernst wird, dann knicken sie alle ein - erstrecht die Linke, auch wenn das schade ist.


    Ich will mir letztendlich nicht aussuchen, von wem ich belogen werden will und werde erst dann wieder ernsthaft wählen, sobald es nicht mehr eine Wahl des besseren Übels ist.

    Ich halte die Wehrpflicht auch für überflüssig - wenn ich mir ansehe, wie viel die Bundeswehr in Deutschland zu tun hat und wie viel Außerhalb, dann bin ich der Meinung, man darf das getrost als Verein werten, bei dem Jeder selbst entscheiden können sollte, wen er wo unterstützen will. Allerdings wäre ich auch ein Befürworter dafür, der Bundeswehr Mal etwas mehr den Geldhahn ab zu drehen und dafür in Bildung zu investieren - das ist aber ein andres Thema ^^

    Jedenfalls kenn ich den Spaß mit der Wehrpflicht auch noch, aus der sich mein erster Freund damals noch rausboxen musste, um irgendwie ausgemustert zu werden und in den Zivildienst zu kommen - was auch nicht so ganz einfach ging und daher bin ich auch ganz froh, dass wir den Krampf nicht mehr haben.


    'Unsere ÖVP' im Sinne von unser Gegenstück zu eurer ÖVP.


    Spontan weiß ich gar nicht, welche Farbe der Linken zugeordnet ist - könnte Gelb sein, aber ich hab da eher Gesichter von Politikern vor Augen, als eine Farbe x) könnte aber gut sein, dass du da Recht hast, die Linke taucht in der Regel eher in Koalitionen auf, weil sie alleine dann doch nicht genug Stimmen bekommen.

    Ach dann hat Österreich die Wehrpflicht noch? Das war mir gar nicht so bewusst, obwohl es gefühlt gleich nebenan ist ^^ vielleicht aber auch gerade weil Österreich so nah an Deutschland ist und ich da nie so recht vor Augen hab, dass die Politik nunmal eine andere ist.


    Zu den Parteien. So ganz könnte ich gar nicht sagen, was unser Gegenstück zur Österreichischen Volkspartei ist - spontan würde ich sagen, die SPD ist unser Gegenstück zu ÖVP und SPÖ in einem. Gleichzeitig kann man das aber eigentlich nicht recht so sagen, weil Koalitionen hier so an der Tagesordnung sind, dass unsere ÖVP vielleicht sogar eher aus mehreren Parteien besteht.


    Für die Regierung relevante Parteien sind bei uns eigentlich hauptsächlich SPD, CDU CSU, die Grünen, die Linke und FDP - den Rest würde ich einfach Mal als Opposition sehen, die eigentlich nie ernsthaft relevant ist.


    Was Merkel angeht, gibt es einige Dinge, bei denen ich sagen würde, sie hat ihre Momente, in denen sie ganz klar eine gute Politikerin abgibt, die gute Entscheidungen treffen kann - leider sind das aber rare Momente, in denen sie sich überhaupt Mal klar zu Etwas äußert, während der überwiegende Rest leere Reden sind, in denen viel gesagt wird, um letztlich rein gar Nichts sagen zu müssen. Das würde ich aber vermutlich den meisten Politikern vorwerfen, daher könnte ich auch keinen anderen nennen, der eine bessere Arbeit für sein Geld macht.

    In jedem Fall hat er gute Chancen für eine Wahl - das haben konservative Politiker generell, weil sie die ältere Wählerschaft ansprechen. Hat man beim Brexit ja auch schön sehen können, welche Generationen sich letztlich in der Wahlbeteiligung durchsetzen und das wird in anderen Ländern bei anderen Wahlen sicher ähnlich aussehen. Ich denke nichtmal, dass Kurz eine schlechte Wahl wäre - ich halte seine Ansichten für veraltet und teile die meisten seiner politischen Thesen nicht, zu denen ich ihn bisher sprechen hörte, aber zumindest denke ich, dass er sich beweisen können sollte, so lange er noch jung genug dafür ist, mit seinen Entscheidungen an seine eigene Zukunft zu denken und im Vergleich zu den meisten Politikern ist er einfach erfrischend direkt, ohne sich in stotterndes Politikersprech zu verlaufen.


    Grundsätzlich ist es ja nicht schlimm, sich zu outen - wer das möchte, kann das ruhig tun, aber gerade wenn man sich auf einen Job bewirbt oder sonstwo seine Daten offenlegen muss, hätte ich kein Interesse daran, dass mein Gegenüber meine sexuelle Orientierung anhand meines Personenstands kennt. Das geht die meisten Leute einfach Nichts an, die mich nicht privat kennen.


    Zu dem ein Leben lang mit Jemandem zusammen Sein - ich seh das eigentlich ganz ähnlich, allerdings nur unter den richtigen Umständen. Wenn ich es ernst mit Jemandem meine, dann gehe ich keine Beziehung für drei Tage ein, sondern mit der Option auf immer, solange sich Nichts daran ändert - und ich könnte mir auch gut vorstellen, Denjenigen dann zu heiraten. Ich finde aber nicht, dass man auch dann zusammen/verheiratet bleiben sollte, wenn es irgendwann vielleicht doch nicht mehr passt, denn dann ist ein 'für immer' einfach rein gar Nichts wert.


    Das mit den Farben ist bei uns - glaube ich - ziemlich willkürlich. Also es wäre mir neu, wenn wir da ein echtes System dafür hätten, welche Farbe genau für welche Partei steht - kann aber auch schlicht sein, dass ich da in Politik gepennt hab ^^'

    Die Einzigen, bei denen mir auf Anhieb ein näherer Zusammenhang einfällt, sind die Grünen - die sind natürlich grün. Die Anderen (CDU schwarz, SPD rot etc.) scheinen mir da keine Verbindung zwischen Partei und Farbe zu haben - man mag mich aber gerne korrigieren.

    Nein, zu jung ist er in keinem Fall - meiner Meinung nach ist er genau die Generation, die langsam Mal dran wäre, in der Politik zu sitzen und über die Zukunft zu entscheiden, die die meisten Politiker von heute eh nicht mehr besonders lange mitbekommen werden. So hart das vielleicht auch klingen mag. Ich finde nur, er hat mit seinem Alter genau die Ansichten, die seine doppelt so alten Kollegen auch vertreten und das macht ihn - in meinen Augen - auch nicht zu Jemanden, der seine eigene Generation vertritt. Ob das in Österreich anders ist, weiß ich nicht, aber in Deutschland würde ich sagen, er macht Politik für alte Leute, die ihm hier auch ganz klar viele Stimmen geben würden.


    Das mit dem Heiraten als Homosexueller... irgendwie glauben Viele, dass die Ehe für Alle sowas wie ein bindender Vertrag wäre. Keiner von uns muss jetzt heiraten, wo wir es können - wenn ich jetzt aber heiraten möchte, dann kann ich das tun. Hätte ich allerdings vor der Ehe für Alle 'heiraten' wollen, dann hätte ich damit zum Beispiel in Kauf nehmen müssen, dass ich überall, wo ich meinen Personenstand angeben werde, zu einem Outing gezwungen worden wäre - dort hätte ich nämlich die Lebenspartnerschaft eintragen müssen und das hätte klar ausgesagt, ich bin schwul. Es ist also eine Lüge, die Lebenspartnerschaft wäre kein Werkzeug für Diskriminierung - exakt das war sie. Ob man hier jetzt selbst als Homosexueller wirklich heiraten will, wird nicht von der Tatsache verändert, dass man es darf.


    Ja sicher, Merkel gehört klar zu CDU - also schwarz als Symbolfarbe dafür. Das sagt nur einfach nicht besonders viel aus, weil die wenigstens unserer Politiker immer so klar der Meinung ihrer Partei sind - und erstrecht nicht der Meinung, für die die jeweilige Partei behauptet, zu stehen. Von daher würde ich mir immer eher genau ansehen, wie sich ein spezieller Politiker zu bestimmten Themen äußert, denn daran muss er sich zwar dann auch nicht halten, aber die Tendenz ist klarer, als über die Partei als Lager.

    Kurz ist vor Allem sehr gut im Reden - erstmal unterscheidet ihn Nichts von den meisten konservativen Politikern - außer dass er mir persönlich für seine Weltanschauung gefühlt 30 Jahre zu jung vorkommt - aber er ist einfach ziemlich gut darin, sympathisch, bodenständig und ernsthaft interessiert zu wirken. Leider ist er deshalb aber nicht weniger weltfremd, denn der Fortschritt ist da, den er und die meisten Konservativen einfach nicht sehen wollen. Bin mir nicht sicher, wie er sich in einer Welt auskennen will, die er scheinbar gar nicht kennt.


    Mit der Ehe für Alle wird keine heterosexuelle Ehe weniger geschlossen, als davor auch - es wird kein Kind weniger geboren und auch sonst wird sich an unserer Gesellschaft überhaupt gar Nichts ändern, wenn man davon absieht, dass wir Homosexuellen nur einfach auch erlauben, ihren Partner zu heiraten, den sie ziemlich sicher auch ohne Ehe hätten.


    Merkels Farbe in der Parteienlandschaft zu bestimmen - technisch ist sie CDU, aber praktisch macht das eigentlich keinen Unterschied, weil sich nach der Wahl dann eh immer alle Parteien fürchterlich einig sind, wenn man die Wahlversprechen vergessen und fröhlich koalieren kann.