Coming Out vor 2 Monaten - Wie geht´s weiter?

  • Hallo :)

    Ich habe mich vor etwa 2 Monaten bei meinen Eltern geoutet. Also ich habe ihnen erzählt, dass ich mich in eine Freundin verliebt hatte ( Auslöser für das Coming Out kam, dadurch das sie es herausgefunden hatte und ziemlich heftig reagiert hat). Ich habe ihnen gesagt, dass ich mir noch nicht sicher bin, ob ich lesbisch oder bisexuell bin oder doch hetero. Mittlerweile habe ich für mich, zumindest gefühlsmäßig, herausgefunden dass ich mich eher in Mädchen verliebe. Meine Eltern waren etwas traurig, dass ich ihnen das noch nicht viel früher erzählt und mich damit herum gequält habe. Meine beste Freundin versteht meine Gefühle nicht und nimmt mich nicht so wie ich bin. Sie kann mich nicht akzeptieren. Ich habe ihr schon mehrmals zu erklären versucht, dass ich mich (auch) in Mädchen verliebe. Immer wieder sagt sie dann, dass sie darüber nicht sprechen möchte. Ich bin unglaublich traurig darüber, dass ich nicht mit ihr über das Ganze sprechen kann. Ich kenne leider niemanden mit dem ich darüber sprechen könnte. Bisher habe ich mich auch nur in Mädchen verliebt, die hetero sind;(. Ich suche nach Leuten mit denen ich über LGBT usw reden kann. Außerdem hätte ich gerne eine Freundin, leider ist es schwierig jemanden kennenzulernen. Ich bin 21. Habt ihr Ratschläge? Was habt ihr nach eurem Coming Out (anders) gemacht?


    Ich würde mich wirklich über Antworten freuen :)


    Ich habe den Beitrag auch schon bei Talk for Girls veröffentlicht, aber da nur eine Antwort kam...dachte ich, dass es hier vielleicht mehr gibt :)


    Vielen Dank schonmal :)

  • Hey :)

    Was deine Freundin angeht, verstehe ich dich sehr gut. Meine beste Freundin schafft es perfekt, auszublenden, dass ich trans bin, und sie redet niemals darüber, vermeidet, mich mit meinem richtigen Namen anzusprechen etc.. Ich dachte, ich gebe ihr einfach etwas mehr Zeit, die ganze Sache verarbeien zu können. Schließlich beschäftige ich mich mit der Thematik schon viel länger und auch intensiver als sie, da kann das ganze schon mal sehr heftig sein im ersten Moment. Also gib ihr erstmal noch etwas Zeit. Wenn sie es dann immer noch tot schweigt und dich nicht so nimmt, wie du bist, dann ist sie wohl leider nicht so eine gute Freundin wie du glaubst.

    Eltern brauchen meist noch länger als Freunde bei so was. Aber die meisten machen sich nur Sorgen um deine Zukunft. Sie haben sich die ganze Sache halt etwas anders vorgestellt, und oft müssen sie erst realisieren, dass es heute auch homosexuellen Paare offen steht, ein ganz normales Familienleben führen zu können.


    Gibt es bei dir in der Nähe vielleicht irgendwo einen LGBT-Treff, ein Café oder ähnliches, wo du Gleichgesinnte treffen könntest? Der Austausch alleine macht es meistens einfacher, selbstsicherer zu werden und dann auch für sich selbst einzustehen. Auch ist es natürlich möglich, mit Einrichtungen wie ProFamilia oder der Telefonseelsorge zu sprechen. Ersteres hat mir sehr weitergeholfen :)


    Da du schon 21 bist, stehen dir eigentlich alle Wege offen, dein Leben so zu gestalten wie du willst und bist nicht auf deine Familie oder deine jetzigen Freunde angewiesen. Such dir Menschen, die dich so nehmen wie du bist, sonst macht dich das auf Dauer kaputt.

    Viel Glück ;)

  • Dankeschön für deine Antwort :)

    Also meine Eltern nehmen ich so wie ich bin. Die haben damit kein Problem. Meine beste Freundin weiß es schon länger. Leider gibt es nichts in meiner Nähe, deswegen bin ich etwas traurig. Es gibt immer wieder Sachen, worüber ich gerne mit jemanden drüber reden würde, aber es gibt niemanden.