Trans oder Fetisch?

  • Hallo :)
    Bräuchte mal nen Rat, eine Freundin zieht sehr gerne Frauenklamotten an, weil sie sich damit wohler fühlt und es sie anmacht, sie sich teilweise durch die engen Klamotten einen runter holt. Ist das normal am Anfang von Trans? Allerdings findet sie es nicht unangenehm wenn ich sie "sie" nenne, dafür ärgert sie sich jedes Mal über sich selbst wenn sie sich "typisch männlich" verhält und fühlt sich angesprochen/angegriffen innerlich, wenn jemand sowas wie "Wir Männer haben es da schon besser, nicht wahr?", "Typisch Frauen! Waschweiber halt" u.ä. sagt.
    Sie meint sie hat es jahrelang unterdrückt und erst jetzt, wo sie von zuhause weg ist, haben sie unsere Gespräche irgendwie daran erinnert und sie fängt an es zuzulassen. Leider kenn ich mich mit MtF so überhaupt nicht aus und bin ein wenig ratlos, da mich selbst Männerklamotten nicht im geringsten anmachen oder diese Art Aufregung hervorrufen. Deshalb würd mich mal interessieren wie ihr das seht?
    Lg Chris/Keith
    Sry wenn das ne dumme Frage ist...

  • Ich glaube, eine persönliche Meinung habe ich dazu so erstmal gar nicht, weil ich mir nur ein sehr schwaches Bild davon machen kann, wie sich deine Freundin verhält, welche Wirkung sie hat und wie ich das einstufen würde. Würde ich vermessen finden, sie da pauschal als ganz explizite Person zu bewerten, die sich dazu nicht weiter äußern kann - und die sich letztendlich vielleicht auch gar nicht so sehr von vielen anderen Transidenten unterscheidet, die das nur nicht so offen sagen, wie sie mit ihrer Identität umgehen.


    Wenn man es nun aber faktisch angehen will, kann ich dazu eigentlich nur sagen, wie ein Gutachter das beurteilen würde - bzw. wie die Richtlinie der Begutachtung aussieht - denn dort ist Top 1 Kriterium gegen das Vorliegen einer Transidentität, dass man ein sexuelles Bedürfnis mit der Wunschidentität verknüpft. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass man sich nicht wünschen darf, im Wunschgeschlecht Sex zu haben, was nunmal klar dazu gehört, sondern es meint die direkte Verbindung, die Identität mit sexuellem Zweck gleich zu setzen und das darauf fokussiert auszuleben.


    Ob man das so ganz als gerechtfertigte Richtlinie nachvollziehen will... letztendlich darf sich jeder Trans nennen, der das möchte und Niemand muss dafür eine Prüfung ablegen. Wichtig wird das eigentlich erst, wenn man über den Smalltalk darüber hinaus geht und man nicht von einer Lebensphilosophie, sondern eben von einer eingetragenen Diagnose redet. Eurer Freundschaft zuliebe würde ich also Empfehlen - nehm ihre Identität ungefähr so weit hin, wie du möchtest, dass sie deine nicht in Frage stellt, denn dich in die Nesseln zu setzen, wäre ein Job, den man vielleicht nur dann machen sollte, wenn da keine engere Freundschaft im spiel ist.


    Soll natürlich nicht heißen, dass du nicht hinterfragen sollst und vielleicht wäre da deine Freundin eine gute Anlaufstelle, um dir ihre eigene Sicht dazu schildern zu lassen, aber wenn sie dann meint, klar trans zu sein, dann gibt es da erstmal kein Gegenargument.

    Schwachfug aus meinem Leben:


    Er: weißt du...
    Ich: weiß ich..?
    Er: weiß nich, weißt du?
    Ich: wir sind voll ahnungslos - aber hoffnungslos genial \o.o/

  • JohnDoe

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