ich denke mal, wir kennen es alle: plötzlich heißt es, man habe etwas gesagt, was man nie gesagt hat. oder etwas getan, was man nie getan hat. aus einem kuss wird ein "fast mit jemandem geschlafen haben", aus einem flirt eine krasse affäre. und der klassiker: es heißt, man sei in jemanden verliebt, weil man nett zu jemandem war. oder, weil man nicht nett war. weil man jemanden beachtet hat. oder ignoriert. und es hört einfach nie auf. spätestens in der grundschule sind mädchen und jungen, die befreundet sind, grundsätzlich "ein verliebtes ehepaar", in der pubertät ist mit dem anderen geschlecht auch nur zu reden kommt schon selbstrufmord, aber noch auf der feier meines 19. geburtstages, wie ich kürzlich erfahren durfte, wurde in der raucherecke weiterverbreitet, dass ich in einen der ebenfalls eingeladenen jungs verliebt sei (was definitiv nicht stimmt). auch lustig: obwohl in meinem freundeskreis ja inzwischen allgemein bekannt ist, dass ich bi bin, sind es in den gerüchten immer jungs, in die ich verliebt bin (oder zumindest in den gerüchten, die ich mitbekomme). vielleicht, weil das für die hetero-tratschtanten leichter nachzufühlen ist?
die elegante lösung wäre jetzt natürlich, sich zurück zu lehnen und drüber zu stehen
es als kompliment zu nehmen, dass ich offenbar eine so interessante person bin, dass über mich spekuliert wird :thumbup: aber es nervt doch. und es besorgt mich auch, wenn ich denke: denkt der betreffende das vielleicht selbst, gibt es da ein missverständnis? es macht mich auch nervös, wenn leute, die mich eigentlich sehr gut kennen, solche gerüchte fraglos übernehmen ("ja, ich weiß schon, dass du was von ihm willst" - wtf?!), ich meine, ich weiß ja nicht, welche gerüchte noch über mich kursieren, und an dem punkt, an dem meine besten freunde etwas glauben, ist mir nicht mehr egal, was die leute reden.
wenn man irgendeine "anschuldigung" gegen einen hört - wobei verliebt zu sein ja nicht per sé was schlimmes ist -, überlegt man sich ja auch: inwieweit war das berechtigt, was habe ich gemacht? aber nach der logik darf ich echt gar nichts mehr machen. also, jedenfalls keine männlichen freunde mehr haben. ich finde es scheiße, dass gemischten männer-frauen-freundschaften immer gerüchte in den weg gelegt werden vor allem, weil männliche kumpels für nicht oder nicht nur heterosexuelle mädels oft eine wahnsinnige entlastung sein können gegenüber hetero-mädels. einfach, weil sie einem in anderer hinsicht wieder ähnlich sind.
jetzt habe ich mich ja lang und breit aufgeregt^^ musste einfach mal sein. kennt ihr das problem, und wie geht ihr mit so was um?