Was ist das bitte?

  • Karnevalssamstag..


    Freunde von mir und ich haben den für uns ersten Zug im Jahr geschaut und sind danach zum Imbiss um Pommes zu holen. Draußen beim Essen:


    Eine Truppe von Kindern (und ich muss wirklich sagen: KINDER) etwa 12-14 Jahre (einer davon war bekannt, daher ist die Schätzung sehr realistisch) stehen, bzw. torkeln draußen rum, allesamt strunzbesoffen, da geht ein Mädel zu nem anderen hin, die schon richtig übel aussah (17 Uhr Nachmittags!!!) und gibt ihr den Tip:" Wennir schlescht is, dann sach das, dann mussu kotssen gehn.. Ich komm dann mit un Helf dir.. Echt das bringt was, hab ich schon offft gemacht"


    Nicht wörtlich wiedergegeben, aber der Inhalt war derselbe..


    Was ist das bitte?


    Kleine Kinder, die sich in dem Alter schon sinnlos besaufen? Gut, ich bin jetzt 18, und ich habe meine ersten Erfahrungen mit Alkohol auch schon früher gemacht (in der alten Zeit, als Bier noch mit 16 Jahren gekauf werden durfte), aber so dermaßen abgeschossen und das auch noch mehrmals und noch dazu ganz bewusst und gezielt... Das kann doch nicht angehn!
    War mir klar, das das manche machen, aber in so einer Form.. Ich war echt geschockt! Das es Eltern gibt die sowas offenbar tolerieren ist mir unbegreiflich..

  • Oh Mann, das was du schreibst, ist SO was von wahr. Es ist echt unglaublich, wie sehr sich Eltern scheinbar aus der Verantwortung ziehen und ihre Kinder im Umgang mit Alkohol so sich selbst überlassen. Und das eben immer früher.
    Ich kann das einfach nich nachvollziehen. Ich meine, jeder weiß, wie viele verschiedene Gefahren der Alkoholkonsum vor allem in so jungen Jahren birgt - da ist es nur noch unbegreiflicher, wie Eltern das tolerieren/ignorieren/kultivieren können.


    Einfach unfassbar..

  • Zitat

    Original von seto.kaiba
    Das ist das Ergebnis Antiautoritärer Erziehung die von den alt68ern quasi per Gesetz vorgeschrieben wurde.


    das ist glaub ich der bescheuertste satz den ich hier je gelesen hab.


    @seto.kaiba
    wie kommst du bitte auf die idee ein so komplexes thema mit so einem simplen kommentar abzutun? ich möchte hier nicht die verantwortungslos-idealistische erziehungspraxis so manchen alt68ers verteidigen, aber dem die schuld für alkoholkonsum von jugendlichen/ jugendalkoholismus zuzuschreiben ist reine willkür.
    und wie kommst du auf die idee antiautoritäre erziehung sei "quasi per gesetz vorgeschrieben worden"?? hast du überhaupt eine idee was antiautoritäre erziehung bedeutet?


    shygirl89, wie man so was als treffende formulierung bezeichnen kann is mir schleierhaft.

  • Ich glaube das die Eltern zum Teil ziemlich mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind z.B. arbeitslosigkeit stress in der Partnerschaft und so weiter und einfach froh sind wenn ihre Kinder jemanden zum Spielen haben. Ist aber nur ein Teil und bekommen das auch nicht so mit was ihr Kind in der Freizeit draußen so treibt oder sie wollen das Problem nicht sehen. Das ist natürlich nicht bei allen Eltern so, nicht das ihr mich da falsch versteht.


    Außerem ist der Gruppenzwang in so einer Gruppe enorm hoch und so wird sich das auch immer weiter hochgeschaukelt so nach dem Motto wenn du nicht mittrinkst dann bist du uncool und gehörst nicht mehr dazu.


    ich finde das auch echt heftig mit 12 schon so viel saufen das man kotzen muss das kann man doch später auch noch sehr gut ausprobieren.

  • Also ich wohne ja in NRW, da ist das mit Karneval ja immer sehr extrem...und ich muss euch leider sagen dass das heute zunehmend so wird. Unsere Gesellschaft geht in jeder Form den Bach runter. Und wir können nur hoffen dass sie bald ganz unten angelangt ist um dann mal wieder langsam bergauf gehen zu können. Zu dem Thema Karneval selber...ob ihr es mir nun glaub oder nicht, meistens ist es (zumindest an Karneval) nicht die Schule der Eltern. Dass heutzutage wirklich jeder irgendwie an Alkohol kommt ist uns ja allen bewusst. Mit 14 hatte ich auch ältere Freunde, durch die ich leicht an sowas rangekommen bin, zumindest an Bier und so ein Zeug. Ich mein es ist meist nichtmal so, dass diese älteren Freunde dann asozial sind oder sowas wie es das Klischee sagt. Und hinzu kommt ja auch dass viele dieser Kinder meinen dass es "cool" ist zu kotzen. Leider denken die Jüngeren von heute alle als hätte man ihnen ins Hirn ge***...traurig aber wahr, ich mein seht euch kleine 12 jährige Mädels doch mal an. Die laufen in der SCHULE so rum, wie wir 16/17-Jährigen auf der PARTY. Bei den Jungs doch genauso. Bei uns tun sich 18 Jährige "krasse Typen" mit 13 Jährigen "Wannabe-irgendwas Typen" zusammen. Und da kommt dann auch jeder an Alk. Viele Eltern vertrauen ihren Kindern einfach deshalb, weil sie sowas meist nie miterleben. Die Freunde sorgen schon meist dafür dass die Eltern keinen Wind mitbekommen wenn ihre Liebsten zu tief ins Glas geschaut haben. Und viele Eltern kriegen nicht mit wie es dann letzendlich an Karneval wirklich auf den Straßen abgeht. Entweder sie gehen an diesen Tagen nicht aus dem Haus, oder feiern selber. Und es kann so viel Polizei da sein, wie will, die Jüngeren werden mit ner Wodka Flasche in der Hand erwischt, müssen diese vor der Polizei auskippen, kriegen ne Verwarnung und nehmen ab da keine eigenen Flaschen in die Hand, sondern Trinken und reichen die Flasche zügig weiter.


    Ich wünschte mir man könnte die Nation wachrufen. Aber leider geht das ja nicht. Ich bin jedenfalls sehr gespannt wie weit die Menschen hier noch sinken wollen...

  • @ Mr.Yussuf:


    Du bist - wenn ich jetzt Mal davon ausgehe, daß Deine Profilangaben richtig sind - 22. seto.kaiba ist sogar noch jünger... Da wundert mich Dein Einwand... Man könnte meinen, seto.kaiba habe, getreu dem Motto "Ein getroffener Hund bellt" etwas gesagt, was Dich persönlich trifft.


    Bezüglich der antiautoritären Erziehung hier mal ein Link, für alle, die´s interessiert, oder die sich hierüber nicht ausreichend aufgeklärt fühlen, was da so alles in Wikipedia zusammengetragen wurde:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Antiautorit%C3%A4re_Erziehung


    Kurz und knapp mal das, was der Volksmund unter derselben versteht - und was grob gesagt auch den Punkt trifft: Antiautoritäre Erziehung bedeutet, daß man ohne Zuhilfenahme von körperlicher Gewalt oder alleine der Androhung derselben seinem Nachwuchs versucht, nach herkömmlichen Sitten und Gebräuchen nicht zu tolerierende Verhaltensmaßnahme wegzudiskutieren...


    Und was seto.kaiba mit "quasi per Gesetz vorgeschrieben" meint, ist, daß man ja heute als Eltern, die - wie ich im Übrigen auch - der Auffassung sind, daß ne Ohrfeige noch niemandem geschadet hat, schneller das Jugendamt o.ä. am Hals hat, weil man ja "sein Kind mißhandelt".


    Ich möchte klarstellen, daß ich keinesfalls ein Freund davon bin, wenn Kindern oder Jugendlichen die Seele aus dem Leib geprügelt wird, oder gar, daß in der Schule wieder die Prügelstrafe eingeführt wird.


    Andererseits ist das, was im ersten Beitrag zu lesen ist, eindeutig ein weiteres Zeichen von mangelndem Respekt. Mangelndem Respekt der "Umwelt" gegenüber. Wie sollen solche Kid´s auch nur irgend etwas Respekt entgegenbringen, wenn sie genau wissen, daß das, was sie machen, nicht richtig ist, aber niemand etwas dagegen machen kann... Das betrifft ja sämtliche Lebensbereiche. Egal ob in der Schule ("was will denn der blöde Lehrer machen"), im ÖPNV (Was glaubst Du, ist heute los, wenn ich als Busfahrer Kids vor die Türe setze...da wird nicht gefragt, ob die randalieren, sich prügeln, im Bus rauchen, andere Leute anpöbeln.... die Fahrt ist noch nicht zu Ende, der Anschiss aber schon perfekt), zu Hause (Eltern? Was können die machen? Heut gibt´s Jugendliche, die ihren eigenen Eltern die Ämter auf den Hals hetzen)...oder eben, wenn man sich in der Öffentlichkeit die Kante gibt....


    Früher haben sich Jugendliche auch bereits mit Alkohol zugeschüttet - aber in der Regel so, daß es niemand mitbekommen hat. Heute ist man doch schon darauf aus, zu provozieren. Ich gehe soweit, zu sagen, daß dieses provokante Verhalten asozial ist... oder einfach nur das Ergebnis, daß es heute so ziemlich keine intakten Familen mehr gibt - und sich keiner mehr traut, den Kids "alte Werte" zu vermitteln...


    Ich wohne ja so halbwegs auf dem Lande... also dort, wo leider das Wochenendsaufen extrem gängig ist. Der Nachhauseweg von einem Sauf-Event ist leider meist gesäht von umgetretenen Lichpfosten längs der Straße, Mülleimer, die ausgekippt und auf die Straße geschmissen werden, zerstörte Haltestellenhäuschen, beschädigte Autos und Verkehrsschilder... alles Zeichen mangenden Respekts vor dem Eigentum anderer... - und das ist in meinen Augen durchaus damit zu begründen, was seto.kaiba in dem von shygirl89 als treffend bezeichnetem Satz, den Mr.Yussuf bescheuert findet, niedergeschrieben hat.


    Denn - auch auf die Gefahr hin, daß ich wieder nen Euro ins Phrasenschwein werfen muß - "die Leute sagen immer, die Zeiten werden schlimmer. Die Zeiten bleiben immer - die Leute werden schlimmer..."


    Nix für ungut! 8-)

    Jeder Tag ist 24 Stunden lang - aber unterschiedlich breit... :-D


    Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.
    - Churchill -

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  • Klasse Beitrag Freddy, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Also was mich betrifft jedenfalls...


    Die große Frage ist: Woher kommt denn der Drang der Jugendlichen danach, sich so "asozial" (ich stimme Dir zu, wenn man vom eigentlichen ursprünglichen Sinne des Wortes ausgeht) verhalten. Ich meine, die Möglichkeit, sich respektlos gegenüber anderen menschen un deren Eigentum zu zeigen, besteht ja nicht erst seit gestern, theoretisch war das ja immer schon möglich. Aber irgendwie scheint es erst seit einigen Jahren so extrem geworden zu sein. Zumindest empfinde ich das so. Wenn ich mich da irre, bitte ich um sofortige Korrektur.^^
    Da kann dann auch die antiautoritäre Erziehung nicht ausschließlich Schuld dran sein. Sie mag Schuld daran sein, DASS dieses verhalten zutage kommt, eben durch das Nichtvermitteln grundlegender sozialer Werte. Aber die Bereitschaft, der Wille zu solchem Verhalten kommt ja nicht zwingend aus der Erziehung. Versteht ihr, wie ich das meine? *lach*
    Man hört dann immer so abgedroschene Antworten wie wachsende Gewaltbereitschaft durch Gewalt-PC-Spiele und daraus resultierende Verrohung, aber ich glaube, wir sind uns einig, dass das nur ein netter Sündenbock ist, der die Gründe deckt, die keiner so offen aussprechen will. Ich denke, dem Menschen wird unterbewusst immer klarer, dass er in einer Welt lebt, in der er auf den wirtschaftlichen Profit reduziert wird, den er seinem Staat und seiner Gesellschaft verschaffen kann. Und das auch noch zu Zeiten, in denen Arbeitslosigkeit zu einem immer größeren Problem wird, das nimmt ja kein Ende... Ich meine, es gibt ja mittlerweile schon Schulen, in denen den Schülern beigebracht wird, wie sie später mal ihr Hartz IV richtig und sinnvoll nutzen (meine Mum hat in einer berufsbildenden Maßnahme gearbeitet, da war sie mal an so einer Schule). Auf der einen Seite ist das gut, weil dadurch die Einteilung des wenigen Geldes später leichter fällt. Aber auf der anderen (für mich schwerwiegenderen Seite) bedeutet das VÖLLIGE Desillusionierung einer ganzen Generation. Frei nach dem Motto "Einmal Hartz IV - immer Hartz IV". Den Jugendlichen ist wirklich bewusst, dass für sie kaum Chancen bestehen, jemals aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen, daher ja die Hartz IV Schulen. Und das Schlimme ist: es wird sich damit abgefunden. Wie lange ist jetzt schon klar, dass das deutsche Bildungssystem vollkommen überholt ist und dringend Reformen braucht? Beispiel: Weiterführende Schule erst nach der sechsten Klasse. Nur eine Kleinigkeit, auf den ersten Blick, aber ein großer Unterschied, wenn man sich das mal genauer ansieht. In der Orientierungsstufe auf dem Gymnasium enstehen ggf. Lücken, die der Schüler auch nach dem Wechsel auf die Realschule nicht mehr vollständig füllen kann. Denn in der fünften und sechsten Klasse kommt ja wirklich einiges an neuem Stoff, der mit dem Wissen aus der Grundschule, was die Einfachheit angeht, wirklich nicht mehr viel zu tun hat (gerade im mathematischen Bereich). Warum also den Schülern nicht zwei Jahre mehr Zeit geben, um ihre Stärken und Schwächen zu entdecken und um sie dann etwas besser einschätzen zu können? Das kostet ja Geld... Geld, das der Staat nicht hat.
    So gesehen liegt die Pflicht der Wertevermittlung ganz klar in der Erziehung, und die ist ZU antiautoritär und versagt auf ganzer Linie. Andererseits liegt alledem ja auch diese negative Grundeinstellung zugrunde. Und die kann ich, wenn man sich das alles mal so betrachtet, wie ich es oben zu schildern versucht habe, irgendwie nachvollziehen... Was soll ich jemandem Respekt zollen, der mir meine Chancen nimmt? Etwa so muss es in den Köpfen der Jugendlichen wohl aussehen, und das kann ich ihnen nicht verübeln.

  • sowas ähnliches hab ich schon öfter gedacht. ich meine okay, ich war bezügl. alkohol etc. eh ein "spätzünder" aber trotzdem: ich find's berechtigt, dass die altersgrenze höher gesetzt wurde!! (okay, einige kommen offensichtl. wohl doch an das zeug dran...:rolleyes:)
    na ja, heute hab ich's auch schon wieder gesehen: da haben sich 14- , höchstens 15-jährige über ihre alkoholhaltige party gestern unterhalten..echt unmöglich X-(!
    da versteh ich ja sogar die leute, die den kopf über die heutige jugend schütteln...und die, die nix machen, stehen dann trotzdem mit schlechtem ruf da-.-

  • Heute hab ich sowas auch wieder im Radio gehört von etwa 17 Kindern die ihre Saufparty abziehen wollten aber erwischt worden sind.
    Ich selbst hab keinerlei Erfahrungen mit Alkohol, kann es somit nicht verstehen warum man sich unbedingt die Kante geben muss um feiern zu können.
    Ich bin jedenfalls froh 18 geworden zu sein, ohne schon mal wegen Alkohol mich blamiert haben zu müssen.
    Damit kann ich wunderbar leben. ;-)

  • Freddy:


    eins vorweg: ich habe meine zweifel ob jemand der die "gsunde watschn" verteidigt in einem jugendforum am richtigen platz ist.
    deine "volksmund-definition" von antiautoritärer erziehung ist nonsens. dann lieber doch wikipedia.


    dass es unmittelbar mit dem umgang der eltern mit ihren kindern zu tun hat, wenn diese einen missbräuchlichen umgang mit alkohol oder anderen drogen entwickeln, kann wohl als unbestritten gesehen werden. allerdings wird hier der begriff antiautoritär nach wie vor missverstanden, denn es geht hier viel mehr um vernachlässigung (der durch vernachlässigung geprägte erziehungsstil nennt sich laissez-faire). so oder so ist es aber meiner meinung nach unzureichend als ursache einen erziehungsstil heranzuziehen - ja sogar eine bedenkliche vereinfachung, die uns den blick auf die tatsächlichen wurzeln des problems erschwert. andere wesentliche faktoren darf man nicht ungeachtet lassen:
    _das gesellschaftliche umfeld, dass die möglichkeiten definiert innerhalb derer ein jugendlicher entscheidungen treffen kann. wie ja bereits erwähnt wurde, wachsen viele jugendliche nicht in einer art und weise auf, die ihnen eine konstruktive lebensführung vermitteln kann.
    _die frühkindliche traumatisierung durch gewalt- oder verwahrlosungserfahrungen prägt ganz wesentlich die weitere entwicklung aufgrund neurobiologischer vorgänge!



    noch ein wort zum mangelnden respekt vor dem eigentum anderer: ich glaube die kernproblematik ist, dass kinder ohne den ihnen gebührenden respekt aufwachsen. die folgeerscheinungen heiße ich ebensowenig gut wie die meisten hier, aber ich sehe keinesfalls hoffnung in "alten werten", sondern nur in einem tiefgehenden reifungsprozess, der uns zu einem neuen verständnis gegenseitigen respekts bringt. denn in einem bin ich mir ziemlich sicher: wer sich und die menschen mit denen er zu tun hat liebt, der/die wird sich so verhalten, dass es für sie/ihn und sein/ihr umfeld von vorteil ist.

  • ja, ja, ich habe die schreckensbotschaft auch schon vernommen, 11-15-jährige im koma, alkoholmissbrauch unter jugendlichen nimmt zu, meine mutter schneidet mir so was regelmäßig aus der zeitung aus.
    ich bin der meinung, jeder muss selbst das richtige maß finden. was denen, die als kinder schon entscheidungen treffen mussten, mit denen sie überfordert waren (z.b. mit vier jahren die eigene schlafenszeit jeden tag neu entscheiden - DAS KANN KEIN KIND, die verantwortung müssen die eltern schon übernehmen), entsprechend schwerer fallen dürfte als denen, die demokratisch erzogen wurden (mit vier jahren im supermarkt den jogurt aussuchen, mit acht jahren im familienrat eine allgemeine schlafenszeit ausdiskutieren). dass diese "sozialen unter den asozialen" in den zeitungsartikeln nie vorkommen, heißt nicht, dass es sie nicht gibt. da ist die gruppe 16-, 17-jähriger, die selbst nicht ganz nüchtern die beiden 13-jährigen bekannten, die sie volltrunken im park getroffen haben, (zu fuß) nach hause bringen. da ist die durchaus trinkfeste clique 17-18-jähriger, die sich an den ersten schultagen des neuen kalenderjahres damit befassen musste, die gedächtnislücken von silvester zu füllen und jetzt eine art mündlichen dienstplan aufstellt, einem bestimmten cliquenmitglied vorm nächsten gelage den autoschlüssel wegzunehmen, weil man dessen versprechen, nicht mehr zu fahren, nicht trauen darf. dass die viel mehr verantwortung übernehmen als ich mit meinem ziemlich gemäßigten partyverhalten (ich trinke selten und wenn, dann nicht viel), die ich bei so was nie dabei bin, honoriert niemand. klar, ich brauche den alkohol nicht, das liegt auch an der erziehung meiner eltern. aber wer sagt denn, dass ein kind, das durch nach-hause-komm-zeiten, zeitungsausschnitte und wohlmeinende warnungen im teenageralter vom alkoholmissbrauch ferngehalten wurde, nicht nach dem auszug aus dem elternhaus in ein umso exzessiveres studenten- oder sonstiges erwachsenenleben eintritt, voll strafmündig, mit führerschein, arbeitsplatz, vielleicht schon familie zu verlieren? den eltern, die ihre kinder nicht überfordert, sondern ihnen lediglich vertraut haben, möchte ich nicht die verwahrlosung einer ganzen generation vorwerfen.
    ich denke auch, dass 14-jährige es ganz schön einfach gemacht bekommen, wenn alles immer nur ihren eltern angelastet wird. vielleicht sind sie zu jung, ihr leben ganz allein hinzukriegen - aber in dem moment sind SIE doch die, die trinken, nicht die eltern die, die sie dazu zwingen. wer sein erwachsensein damit beweisen muss, dass er dummheiten macht, sollte auch erwachsen genug sein, dazu zu stehen und die konsequenzen zu tragen.

  • du sagst "einige kommen offensichtlich doch an das zeug.."


    aber heutzutage kriegt eigentlich jeder, der alkohol haben will iRGENDWiE an das zeug.
    meist über freunde oder bekannte, die eben älter sind, oder ältere kennen...
    ich mein die freundeskreise heutzutage gehen über 3-4 jahre hinweg...da ist das praktisch gar kein wunder mehr...

  • Okay, ich hoffe, dass ich bei meinen Kindern einmal die Erziehung soweit hinbringe, dass ich sie nicht mit 13 um 4 in der Früh betrunken von der Polizeistation abholen muss. *kopfschüttel*


    ABER: ich, als (noch^^) 15jährige, die auch schon mal betrunken war (naja, wen wunderst :-D) möchte hier meine Schwester zitieren. Sie hat in London gewohnt, wo man ungebrannten Alkohol bekanntlich erst ab 18 oder später trinken darf.


    Sie hat das in etwa so formuliert: "Na, echt arg, dass die Kinder heute in Österreich (und deutschland ;-)) schon so früh zum Trinken anfangen. aber ehrlich gesagt ist es mir lieber sie reden mich mit 15 blöd an und fallen vielleicht einmal in der schule durch, als wie in london. Da sind echt 18jährige Jungen, die haben kein Blatt vor dem Mund, begrapschen und gaffen und machen sonst welche sachen. Die verhalten sich so wie hier die 15jährigen, sind aber noch schlimmer, weil die das alles nachholen, aber gleich immer auf die Mädels gehn. Ich kenn auch einige die Jobs verloren haben und so. Das ist nicht mehr schön. Echt nicht. Und die sollen "erwachsen" sein. *kopfschüttel*"


    Ja und ehrlich gesagt glaub ich und versteh ich meine Schwester...

  • Versteh ich auch, aber gebrauchen kann man beides nicht!


    Mir gehts wie dir, ich bin auch mal gespannt, wie das läuft, wenn ich mal Kinder hab (Falls ich mal Kinder hab). Aber bei mir und Leuten in meiner Umgebung passiert sowas nicht.. Keiner von und hat jemals soetwas gemacht, und es kam nie Ansatzweise so weit, wie es teilweise heutzutage traurige Realität ist..
    Wir sind keine Engel, das ist klar ^^" Im Gegenteil.. Aber so heftig.. Für mich unverständlich.

  • Also mich kann man ja noch als Kind bezeichen und ich nehm da mal dazu stellungnahme also ich auf eine Gesamtschule also wo gymis realer und hauptis (G/R/H) zusammen sind aber den Hlern ist es standert das sie wenn sie in der 7ten sind sihc anfagen schminke ins Gesicht zuhauen und so 8te fagen sie an zu Rachen so ende 8te gehts dann ans Trinken das ist bei uns schon so übelich bei den Rlern (wo ich bin) ja mmh da fängt das so in der 8ten an mit Schmike ins gesicht streichen also etwas dezenter als bei den in der H mmh kommt drauf an obe man ontakt zur h hat wenn ja dann sind ein parr Kippen und alk nicht mehr erwehnens wert wenn nicht spielt ein weiterer Faktor eine Rolle und zwar ob man beliebt ist wenn nein und man auhc nicht ausfrust nicht zu den hlern geht ja dann helt man sich an die regtln (so wie ich kein alk. vor 16) aber ich find Probieren ist drinn wenn man dann beliebt ist ja dann icst alk selbstverstendlcih kippen ehr naja aber die fangen dann ehr an mit kiffen und so drogen zeugs: Bei den Glern weis ichs nicht sind sie beliebt dann hängen sie mit den rlern zusammen und was die machen hab ich schon erklärt wenn nicht ich glaub dann tuns sie auhc nicht aber was mich ehr erschüttert ist das die aus meiner paralelklasse schon alle mit drogen anfangen und kein pimerletzchen. Bei uns ist das nochmal unterschiedlcih es gibt zwei Klassen in R9 die a und die b normaler weise ist es nur ein Klische das die a besser ist als die b aber in diesem voll stimmt das denn wir sind nciht immer aber oft viel besser damit meine ich alles Notenschnit verhalten Kamerradschaft. Also leigt es eigendlcih nciht daran das die Jugend Komasaufen eifach toll findetet sondern das es einfach an dem Sozialenstandpunkt liegt.

  • Unsere Klasse hatte jetzt für ne Woche schwedische Austauschschüler daund das war ne Erfahrung.


    Die jüngeren haben mehr gesoffen als die älteren. (Es waren alle so zwischen 16-18) Ziemlich viel ein paar sogar. Weil's halt in Österreich schon erlaubt und billig ist. (Im Gegensatz zu Schweden wo man nur in ein paar bestimmten Geschäften mit 18/20 Alkohol bekommst und der verdammt teuer ist).
    Größere Probleme hats zum glück nicht gegeben, aber auffällig waren 3 Dinge:


    - Die "älteren" haben sehr wenig getrunken, die jüngere haben gesoffen
    - Fast alle waren gegen rauchen und schockiert, dass hier in Lokalen geraucht werden darf
    - Sie haben keine Ahnung wie man mit Betrunkene umgeht, haben Angst vor ihnen und in "Diskos" hatten auch ein paar Angst.


    Der letzte Punkt war ziemlich auffällig. Eine Schwedin wollte in so ne Bar nicht reingehen, weil hinter ihr ein Betrunkener war. Sie war schon fast panisch. Als ihr dann ihr Host gesagt hat, dass er eh nicht reinkommt, wenn er so zu ist, hat sie sich ein bisschen beruhigt. Einmal waren wir auch in nem Park und irgendein besoffener Kiffer hat gefragt, ob wir Gras haben. Die Schweden sind fast in Panik gefallen und haben sich hinter uns "versteckt".
    Also, Fazit: Obwohl ich es nicht gut finde, dass 12 jährige um 12 Uhr Mittags auf den Hauptplatz kotzen, weil sie so besoffen sind(hb ich grad letzte Woche erlebt. :rolleyes:), finde ich, dass man die Leute wenigstens ausgehen lassen sollte. Weil: mit 18 immer noch nicht wissen, wie man mit alkoholisierten oder bekifften Leuten umgeht, das ist nicht normal. (Und auch gefährlich!)


    :bye:

  • Ja... das ist bei den Skandinaviern generell zu erwarten:
    Da der Alkohol in allen nordeuropäischen Ländern extrem teuer ist, nutzen sie die Gelegenheit und geben sich zum Teil die Kante, da wo´s billig ist.


    So hat jeder seine landestypischen Eigenarten.
    Engländer z.B. erkennst Du in spanischen Bar´s, weils sie bis 23:00 Uhr saufen wie die Löcher und dann vom Stuhl kippen. Liegt halt an der Sperrstunde, die es bis vor Kurzem in Großbritannien noch gab. Nach 23:00 Uhr durfte kein Alkohol mehr verkauft werden. Deswegen hat man sich vor 23:00 Uhr beeilt mit dem Trinken (bzw. dem Vollwerden). Steckt halt im wahrsten Sinne des Wortes im Blut. Ist man dann aber woanders, wo man auch nach 23:00 Uhr weitertrinken kann, ist das dann meist genau das Quentchen zu viel... 8-)


    A pro pos: ...die Älteren besorgen´s den Jüngeren... (also den Alkohol meinte ich jetzt^^) da kann ich auch noch ne tolle Story beitragen. Vor ein paar Jahren waren ich mal mit nem Kumpel in den USA. Dort war man die komplette Zeit bei einer Rundreise mit den gleichen Leuten in einer Reisegruppe unterwegs. Darunter waren zwei Österreicher. Der eine 20, der andere 22. Beides Köche. Also aus dem Gastronomiebereich... und Alkohol in allen Lebenslagen (vor / im / zum und nach dem Essen) gewohnt. Das Blöde dabei: Der Jüngere von beiden bekam in USA -weil halt noch keine 21- keinen Alkohol verkauft bzw. ausgeschenkt. Da ich eh kein Bier trinke haben wir dann immer gegenseitig die Getränke bestellt... er meine Cola light und ich sein Bier... So nu isses raus: Ich bin auch mitschuldig... :-D


    USA ist da auch so´n Beispiel: Es wird den Leuten schon die notwendige Verantwortung nachgesagt, mit 15 bereits Auto fahren zu können / dürfen, aber Alkohol gibt´s erst mit 21, also dann, wenn man nach amerikanischem Recht volljährig wird. Es ist für einen 18-jährigen in den USA offenkundig leichter, an Drogen als an Alkohol zu kommen. Daher gibt es dort nicht allzu selten auf 21er-Gebursttags-Partys gleich welche, die die Gelenheit nutzen, sich dann totzusaufen...


    Mein Fazit: Ich hab nix gegen Alkohol ab 16 bzw. 18... und ich würd sogar sagen, daß ich nix dagegen hab, wenn auch Jüngere unter Aufsicht von Erwachsenen (Eltern etc.) mal probieren (weil damit dann auch der Drang, etwas Verbotenes unbedingt mal auszuprobieren zu wollen, genommen wird...) nur dummerweise wird´s ja leider mittlerweile hier dermaßen übertrieben, daß ich das echt schon fast als asozial einstufe, wenn ich gröhlende Jugendliche mit den Bierflaschen in der Hand durch die Straßen ziehen sehe... Gut... in meinen Augen sehe ich es auch als asozial an, wenn ich den sichtbar als Hartz-IV-Empfänger einzustufenden meist ungepflegten (und meist nicht gerade besonders sympatisch wirkenden) Erwachsenen bereits morgens um 11:00 Uhr (oder früher) mit der Bierflasche am Hals auf der Straße rumlaufen sehe - oder ihn (unfreundliche Widerworte oder gar Diskussionen vorprogrammiert) daran hindern muß, mit der offenen Pulle bei mir in den Bus zu steigen...^^ Bei solchen Leuten frage ich mich dann auch schonmal: Was war zuerst: Das Huhn oder das Ei? Sind die so, weil sie saufen, oder saufen sie, weil sie so sind?


    So genug herumphilosofiert...

    Jeder Tag ist 24 Stunden lang - aber unterschiedlich breit... :-D


    Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.
    - Churchill -

    Einmal editiert, zuletzt von Freddy ()

  • merci beaucoup Freddy, so gut zusammen fassen wie hätte ich es im Taum nicht können. *gg* ;-)