Sagniemalsnie
Beiträge von Erythrozyten
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Konsole
Wodka oder Wein?
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Ich habe mir alle Texte jetzt mehrmals durchgelesen und will nun auch etwas dazu sagen. Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass hier ein gewisses Feindbild kreiert wird. Auch wenn ich mir sicher bin, dass das niemals beabsichtigt war, schimmert es trotzdem zwischen den Zeilen irgendwie durch, empfinde ich zumindest.
Es kann ja durchaus so sein, dass die Anzahl der Jugendlichen die sich selbst als transsexuell identifizieren rasch ansteigt, doch spielen da meiner Meinung nach weitaus mehr Faktoren eine Rolle, als nur die Begriffsdefinition von männlich und weiblich. Es ist doch eigentlich natürlich, dass diese Zahl steigen muss, steigen doch auch die Möglichkeiten sich selbst und seinen Körper zu hinterfragen durch das Internet, Bekannte die offen dazu stehen oder einfach Infoveranstaltungen zu solchen Themen. Wenn man da ein paar Jahre zurück geht, gab es das eben so nicht, weshalb man es aber auch nie so hinterfragte. Heute geht man eben nicht wie früher davon aus, dass man 'normal' (im Sinne von heterosexuell und seinem biologischen Geschlecht entsprechend... ich weiß grad nicht wie ich es ausdrücken soll, aber jeder weiß bestimmt was ich generell meine) ist. Man sieht in den Medien eben auch die gesamte LGBTQ-Community und öffnet dann schon automatisch all diese Schubladen und schaut in welche man reinpasst.
Heute ein biologischer Junge der das Gefühl hat weiblich zu sein oder andersrum würde es eher wahrscheinlich öffentlich herausfinden (sprich mit jemandem reden, Erfahrungen anderer einholen, einem solchen Forum hier beitreten, usw) als diese Personen es damals wohl getan hätten. Man betitelt sich dann als 'transsexuell', auch wenn man noch in der Phase ist es herauszufinden.
Steigt die Zahl derer die öffentlich transsexuell sind, sinkt im Umkehrschluss ja die Zahl derer die es zwar sind, aber geheim halten. Also sind steigende Zahlen nicht unbedingt negativ zu werten, sondern ein Indizi dafür, dass auch die Toleranz steigt und immer mehr den Mut haben es auszuleben.
Ich denke die Zahlen im Allgemeinen geben sich sowieso nicht viel. Früher gab es zwar weniger die sich dazu bekannten, doch lag die Dunkelziffer vermutlich viel höher als die heute. Es wird ihnen einfach heute (sehr positiv gemeint!) leichter gemacht sich so zu identifizieren.
Und jetzt nochmal kurz zurück zu dem am Anfang angesprochenen Feindbild... ich habe hier leider oft das Gefühl, dass die eben angesprochenen Leute, die in der Phase sind herauszufinden wer sie wirklich sind, so gesehen werden, dass sie quasi nur mit diesem Gedanken beschäftigt sind, weil sie durch die Begriffsdefinitionen dazu gedrängt werden und zu naiv sind um das zu erkennen. Mit anderen Worten zu dumm um zu unterscheiden zwsichen 'transsexuell' und 'einfach nicht dem übertriebenen Klischee des biologischen Geschlechts entsprechend'. Und ich finde das betrifft die wenigstens, denn die meisten die auch nur darüber nachdenken, haben ja subjektive Gefühle die sie zu diesem Punkt bringen und es mag sein dass diese auch durch all diese Klischees zustande kommen, doch nicht allein deswegen, denn sonst würden wir noch von viel größeren Zahlen sprechen. Auch werden diese Menschen die sich nicht zu 100% sicher sind mit Frauen verglichen, die vorgeben vergewaltigt worden zu sein. Ich finde diesen Vergleich nicht nur fraglich, sondern komplett zusammenhanglos. Jemand der sich seiner Identität nicht bewusst ist und diese in Frage stellt, aber in diesem Prozess feststellt dass er eben doch seinem biologischen entspricht ist ja wohl nicht zu vergleichen mit jemandem der komplett bewusst falsche Tatsachen aufstellt um zu einem persönlichen Vorteil zu kommen. Dadurch wird einem der Eindruck verliehen, dass man sich erst outen und darüber reden darf wenn man sich komplett sicher ist um denen nicht zu schaden die es eben sind, doch genau das ist der völlig falsche Ansatz, widerspricht das doch genau dem was dieses Forum machen will. Hilfe zur Selbstfindung; -akzeptanz; usw.
Ich hoffe ich konnte einigermaßen meine Sichtweise erklären, fällt es mir doch sehr schwer anderen zu erklären was ich denke. Ich will hiermit keinen angreifen, es hat jeder eine eigene Meinung die ich auch respektiere, aber auch ich wollte meine mal in die Runde werfen.
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