Benjamin lebt in einer Kleinstadt in den USA. In seinem Tagebuch beschreibt er den Alltag eines Jugendlichen, der sich und seine Sexualität entdeckt, aber gegen Vorurteile, Diskriminierung und gebrochene Herzen zu kämpfen hat.
Viele Menschen in Deutschland stellen sich ein Leben als Schwuler oder Lesbe einfach vor, da in unserem Land zunehmend mehr Liberalismus sich verbreitet. Doch Ben lebt in einer kleinen Stadt in den USA und entdeckt, dass er auf Jungs steht. Dies scheint für ihn ein großes Problem ? denn er hat mitbekommen, wie sich nach seinem unfreiwilligen Outing ein Junge auf seiner Schule das Leben genommen hat. In Form eines Tagebuchs beschreibt der Autor ein Jahr im Leben des 14-jährigen Benjamins, dessen Vater Alkoholiker ist und seine Oma einem erzkatholischen Prediger folgt, der Homosexualität noch als schlimme Sünde sieht. Als Klassenbester verliebt sich Ben prompt in seinen Sportlehrer und merkt, wie er sich ihm immer mehr körperlich und geistig hingezogen fühlt. Er verfällt dem allseits bekannten Wunschdenken eines jungem Schwulen, der sich in einen Heterosexuellen verliebt und irgendwann auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wird.
Eines Tages taucht Aaron auf, ein Junge, der neu in die Gegend gezogen ist und dessen Eltern bei Woodstock waren. So lernt Ben eine neue Seite seines Lebens kennen: Der Gesellschaft und dem Konformismus widersprechen und zu seinen Werten und Idealen stehen. Nach einiger Zeit des schulischen Zusammenarbeitens entwickelt sich eine zarte Liebe zwischen den beiden Knaben, die von dem konservativen Rektor und den eifersüchtigen Mitschülerinnen bedroht zu sein scheint. Doch Ben und Aaron wollen sich das nicht gefallen lassen und machen das, womit sie glücklich sind. Schließlich nimmt die Geschichte doch eine tragische Wende und endet ? vielleicht mit einem doch sehr überraschendem Schluss.
Insgesamt liefert das Werk von Todd Brown ein überzeugenden authentischen Eindruck, nicht zuletzt durch die Form des Tagebuchs. Der Einblick in die konservative amerikanische Gesellschaft regt oft zum Nachdenken an, macht an manchen Stellen geradezu wütend. So möchte man oft neben Ben und Aaron stehen und mit ihnen zusammen ?Nein!? sagen. Ergänzt wird das Ganze mit einem Seitenhieb gegen die katholische Kirchenlehre und die Priestermoral, was den Roman zu einem Muss für den liberal denkenden Jugendlichen in Deutschland macht, um auch ihm einmal klar zu machen, dass es nicht immer selbstverständlich ist akzeptiert zu werden. Eins wird zusammenfassend jedoch deutlich: Ein glückliches Leben schafft man sich nicht durch einfaches Ja-Sagen und Mitläufertum. Für seine Ideale und Werte soll und muss jeder Einzelne kämpfen ? selbst dann, wenn es schwer oder unmöglich zu sein scheint. Das ?Knallrosa Tagebuch? bietet hierfür genügend Anregungen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch [YoungGay.de]
Brown, Todd: Das knallrosa Tagebuch. ISBN: 3-861873-257. Bruno-Gmünder-Verlag. 12,95 Euro
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