Habe ich doch Jahre vor mich "hinvegetiert". Meine Jugend war allgemein nicht die beste, hatte eigentlich soweit auch keine Freunde, geschweige denn die Chance ein sexuelles Ereignis zu erleben.
Hat man mich damals angesprochen, und sei es nur dass mich Lehrer in der Schule nach einer Aufgabe fragte bin ich rot angelaufen und habe Schweißausbrüche bekommen. Ihr könnt euch vorstellen wie eine solche Vergangenheit prägt: Außenseiter, schüchtern, schwul und was kommt noch hinzu ein Übergewicht von etwa 34 Kilo. - Mein Leben war eine Katastrophe.
Von meinem alten Zuhause zog ich 1998 im Alter von 17 mit meinem Vater in die Wohnung meiner verstorbenen Uroma zu meiner Grandma. Natürlich war da noch nicht alles erreicht, nein, ich habe es mir ja bis dahin selbst nicht einmal zugestanden... Also habe ich versucht neu Fuß zu fassen, habe nen Lehrgang angefangen und bin danach immer wieder zu dem Fußballplatz in unserem Ort gegangen - bewusst um mich was abzulenken, unbewusst wohl weil mich die Jungs interessierten. Später sprach mich auch der ehemalige Torwarttrainer an und fragte mich: "Willst du nicht vielleicht für unseren Verein Schiedsrichter lernen?" Nun, ich dachte mir dabei nicht so viel, versuchte es - aber das vorteilhafteste war: Ich nahm in der Zeit ab, so von knapp über 106,7 Kilo auf 92 ab und immer a bissl mehr (heutzutage hab ich wohl so etwa 74 Kilo). Später jedoch verlor ich das Interesse am Fußball, machte mit meinem damals besten Hetero-Freund die Heten - Kneipenszene unsicher.
Interesse am Wrestling (ne ganz andere Geschichte!!), am Fußball und am Feiern vermisste ich doch eines: Das gewisse Etwas. Ich traute mich nicht, aber später - ich glaube es dauerte einige Wochen, es war am 31.03.2000 und ich betrat die nun meine Stammdisco, das Stargate in der Bochumer City-Passage. Ganz alleine, keiner wusste wo ich war, sprach mit niemanden darüber schaute ich mich um... eine ganz andere Welt, so neu. All die ganzen Jungs, wie im Paradies und dennoch immer noch so fern... Einen Tag später zog ich wieder mit meinem damals besten Hetero-Freund durch die Gegend, alleine, berichtete ihm... schüchtern wie ich noch war per SMS, dass ich doch etwas anders bin, er doch etwas überrascht, aber vermutete er es doch: "schwul!" Man muss dazu sagen, es war der 01. April 2000, sicher nicht der beste Tag - aber okay. Dieser Schritt war überstanden. Er kam dann sogar am selben Abend mit mir ins Stargate - um es sich mal anzuschauen', nach Monaten durch die Beziehung mit seiner Jetzigen hat er sich dann aber doch sehr verändert und "mir den Tod gewünscht".
Durch ihn, Dennis so hieß er, brachte ich es aber auch etwas außergewöhnlich meiner Schwester bei - ganz einfach durch einen Artikel der BRAVO. Er alberte etwas rum, ich sage nur - Stichwort: Ricky Martin und dann kam sie nach mehrmaligem Raten darauf: "schwul!" Aber auch für sie ist es okay... im Nachhinein: Sie mag sehr gerne mit mir ausgehen, in die Schwulenszene, und hat auch dort einige liebe Bekannte. Nun waren es zwei...
Im Internet, angekommen, bei Younggay.de - ja, es war sogar so März/April 2000 - dürfte somit einer der Ersten gewesen sein... habe ich dann einen Bericht gefunden, ein Schreiben etwas zusammengestellt und meinem Vater unterbreitet. Er las ihn als ich in der Berufsschule war. Als ich dann wieder nach hause kam, sprach ich mit ihm - ob er das Schreiben las, ja, er meinte: "Ändern kann man es ja nicht, also muss er es wohl akzeptieren!" (trotz heutiger Zickereien zwischen uns, hat er es akzeptiert und kommt damit gut klar). Nun waren es schon drei... (fast wie beim "Fliegen klatschen" *g*)
E-Mail Aktion 2000, was kann man denn sonst machen viele Leute schnell zu erreichen? Ich schrieb eine eMail an Freunde und Bekannte über mein ehemaliges Leben und dem was mich da beschäftigte, mitunter auch: "Freund oder nicht Freund" - ein Thema was einen wohl immer beschäftigen wird... denn auch wenn man ach so viele Bekannte hat hat man meist nur wenige, evtl. haben einige leider gar keine Freunde. Zu dem Zeitpunkt zeigten sich wirkliche Freunde, mitunter gab es auch eine liebe Freundin die meinte sie wäre in mich verliebt gewesen und wüsste nun warum ich so schwer zu "knacken" gewesen wäre... tja, es hat bisher nun mal keine Frau geschafft. Einerseits wüsste ich nicht ob ich eine solche eMail heute noch mal verfassen würde, zum damaligen Zeitpunkt war es aber richtig... um zu erfahren wer einem wirklich den Rücken stärkt.
So waren es nun eigentlich alle wichtigen Personen, alle die ich da lieb hatte und noch lieb habe: Mein Vater, meine Schwester, mein damals bester Hetero-Freund und auch meine anderen Freunde und Bekannte - doch da fehlte ja eigentlich noch wer. Wer? Meine Grandma. Das wohl peinlichste CO der Reihe: Ich hatte zum damaligen Zeitpunkt einen Freund, meine Grandma wusste dies nicht - auch nicht dass ich schwul bin (mein Dad meinte ich sollte meine Grandma damit verschonen)... Nun eines Tages hatte ich halt Besuch von meinem Freund, wir waren in meinem Zimmer, knutschten etwas rum, kuschelte und da saß ich auf seinem Schoß und... ohne zu Klopfen kam sie rein. Ich sprang auf, drehte mich um, schaute aus dem Fenster - sie wollte nur fragen wie viele Kartoffel wir zum Essen wollten. Peinlich! Am Abend, wir hatten nicht zusammen gegessen besuchten wir die Bochumer Schwulengruppe. Später wieder zuhause angekommen wollte sie mit uns sprechen, besser mit mir, aber na ja... einige kennen das ja: "Kannst du es dir nicht mit ner Frau genau so schön vorstellen?" solche und ähnliche Fragen. Und das alles sie im starkangetrunkenen Zustand *fg* - einfach nur peinlich! Apropos Dad und Schwester - sie verteidigten mich sogar... also, dass sich mein Leben ja bis auf meine Sexualität nicht ändern würde. Ich denke dies kann man so sehen, oder?
Nun, ich kann nur sagen... ich hatte ein interessantes, unkompliziertes, zum Teil belustigendes Coming Out und bin froh dass ich diese Schritte gegangen bin wenn auch alles Knall auf Fall. Ich bin schwul und wie sagte es Wowereit... und das ist auch gut so. *g*
Markus ist User bei [YoungGay.de] und auch im Forum und Chat anzutreffen.
Floh machte seine ersten Schritte zu seinem CO im Internet. Er fand Tipps. Sein Outing vor der Mutter machte wenig Probleme, bei seinem Vater hatte er aber Zweifel,danach nicht ausziehen zu müssen.
Früh übt sich - könnte man sagen. Marcel weiß schon seit seinem 11. Lebensjahr, dass er anders ist als andere. Jedoch erst zu Beginn seiner Lehre begann er sein Coming-Out.
Am Samstag den 17 Juli 2010 feiert die amitabha ihren dritten Geburtstag und lädt zum Feiern nach Düsseldorf ein. Für die Bässe am abend ist neben Resident-DJ addicted der smarte DJ Timy Flair zuständig.
Den sicheren und rechtsgültigen Austausch elektronischer Dokumente zwischen Bürgern, Behörden und Unternehmen soll De-Mail bieten. Jetzt, vor Inkraftreten des nötigen Gesetzes, kann man seine Adresse vorregistrieren.