Floh machte seine ersten Schritte zu seinem CO im Internet. Er fand Tipps. Sein Outing vor der Mutter machte wenig Probleme, bei seinem Vater hatte er aber Zweifel,danach nicht ausziehen zu müssen.
Ich habe es nach langem geschafft mich bei meiner Familie zu outen, was mir sehr schwer fiel. Ich bedanke mich auch bei allen, die mir gesagt haben mach doch endlich dein Coming Out.
Ich habe mir sehr viel Hilfe geholt, zum Beispiel im Internet auf einigen Seiten. Und am besten hat mir das Coming Out von Mr. XXX auf seiner HP gefallen, und so wie er es gemacht hat, so mit ein kleinen Veränderungen habe ich es auch getan. Also, danke Mr. XXX. Thanks.
So jetzt werde ich euch mal mein Coming - Out erzählen: Ich bin natürlich gleich nachdem ich mir einen Stoss gegeben habe zu meiner Ma gegangen, mit der ich eigentlich über alles reden kann. Und habe sehr lange drum rum geredet, bis ich endlich mit der Sprache rausgerückt bin, was mir aber nicht gelungen ist, also sagte sie mir es ins Gesicht, da war ich erst mal geschockt. Und konnte nichts mehr sagen. Nach zwei Minuten, habe ich sie nur gefragt, ob sie damit ein Problem hätte. Sie schüttelte nur mit dem Kopf und nahm mich in den arm. Da war ich erst mal erleichtert, dass es jetzt wenigstens einer versteht.
Und dann kam das Problem meines Vaters. Da muss ich allerdings vorab erst mal was zu sagen. Zitat meines Vaters früher:
" Wenn einer meiner Kinder Homosexuell wird, die schmeiße ich raus. "
Das hat mich natürlich immer geschockt. Und deshalb habe ich mir erst mal Hilfe bei meiner Ma geholt, und sie gefragt, ob ich es meinem Vater sagen soll. Da sagte sie nur : " Warte noch was, ich werde dem das irgendwie erklären. " Da sagte ich nur das kommt überhaupt nicht in Frage, dass werde ich selber machen.
Ich habe mich natürlich nicht getraut, direkt zu meinem Vater zu gehen und es ihm zu erzählen, weil ich etwas schiss hatte, also fuhr ich an einem Wochenende zu einem Freund um mir Gedanken zu machen, wie ich es meinem Vater erklären soll.
Als ich Sonntags abends wieder zu hause war, wollte ich es eigentlich meinem Vater sagen, habe es mich aber wie immer nicht getraut, weil es mir unangenehm war. Also habe ich mir überlegt, mache ich es morgen also an einem Montag, gesagt getan. Mein Dad kam Montags Gott sei Dank früher als sonst nach hause, und dann habe ich ihn mir genommen und ihm gesagt, ich müsste dringend mit ihm reden.
Er kam auch mit in mein Zimmer, und fragte mich was ich auf dem Herzen hätte, da sagte ich etwas großes. Floh : " Ich weiß nicht wie ich anfangen soll. " Dad : " Sag schon, Du weißt wir können über alles reden. " Ich : " Ich weiß, aber über das Thema nicht, und ich weiß nicht wie ich es Dir erklären soll." Dad : " Ok, dann mache ich es. Du bist Schwul ?? " Ich : konnte nichts mehr sagen Dad : " Du kannst es ruhig sagen, die Mama hat mir es schon erzählt." Ich : " Ok, es ist so, und schmeißt Du mich jetzt raus ? " Dad : " Nein, mache ich nicht, auch wenn ich es immer gesagt habe, aber Du bist ja mein Sohn. Ich brauche nur etwas Zeit, bis ich mich damit abgefunden habe. " Ich : " Puh, dachte schon, aber warum hat die Ma es Dir gesagt ? Die sollte es doch nicht tun." Dad : " Kennst doch die Mama, die sagt mir doch so was immer wenn es um euch, also um Dich und Dein Bruder geht. Aber mache Dir jetzt keine Gedanken, ich brauche nur viel Zeit, mich damit auseinander zu setzten."
Ein Wort ergab das andere. Wir haben uns dann noch fast zwei Stunden unterhalten, und ich habe ihm so fragen beantwortet, wie z.B. wie kommst Du darauf, dass Du Schwul bist ? Bist Du Dir auch ganz sicher ? Aber jeder der bei seiner Familie geoutet ist, kennt das Problem bestimmt.
Am Ende unseres Gespräches war er etwas am weinen, was ich aber auch gut nachvollziehen kann, weil er machte sich während des Gespräches Vorwürfe. Abends als meine Ma nach hause kam haben wir uns dann noch mal ausführlich über das Thema unterhalten, was eigentlich ganz gut war, ich konnte ja jetzt schließlich offen über dieses Thema reden.
Der letzte Satz meines Dad´s war nur : " Du kannst jeden Jungen mit hier hin bringen, er schläft mir nur am Anfang keiner hier, bis ich mich mit dem Thema abgefunden habe." Da sagte ich nur : " Iss ok, sagt mir nur bescheid, wenn Du bez. Ihr euch damit abgefunden habt." (Mein Bruder war übrigens bei dem Gespräch auch dabei, meine Eltern haben drauf bestanden, aber er hat damit kein Problem, wo ich froh drüber bin, er ist ja erst 12 Jahre).
In dieser Nacht als alles raus war habe ich mal wieder nach langem gut geschlafen, sogar sehr gut. Ab nächsten Tag bin ich dann gleich zu dem Rest meiner Familie gefahren und habe es denen auch gesagt. Die hatten alle kein Problem damit. Sie sagten nur fast alle : " Das haben wir uns schon gedacht, haben uns nur nie getraut was zu sagen." Ich habe sie nur alle gefragt, wie sie darauf kämen, da mussten alle nur lachen, genauso wie ich. *ggg*.
Nun dachte ich mir, nachdem meine Familie das weis, könnte ich es meinen Freunden sozusagen meinen besten Freunden auch sagen. Ich habe mich mit denen hier in Köln, verabredet, und es denen auch erzählt, die hatten damit aber ein großes Problem. Was ich aber im vorhinein schon wusste, weil die haben es schon öfters gesagt, dass sie was gegen Homosexualität hätten, aber das war mir egal schließlich kann ich mit dem Geheimnis nicht mehr leben.
Als wir uns trafen und ich es denen erzählt habe sagten sie nur : " Oh Gott, nein tu uns das nicht an, wir kennen uns jetzt 18 Jahre. Und sind durch dick und dünn gegangen, dass ist doch jetzt wohl nicht Dein ernst, sag dass das nicht wahr ist. Wenn ja, haben wir damit ein großes Problem und möchten mit so was nichts zu tun haben. Das weißt Du aber auch." Ich sagte nur : " Doch das ist mein ernst, und wenn ihr damit ein Problem habt, kann ich euch nicht helfen, schade aber ich glaube damit ist unsere Freundschaft wohl beendet." Dann sagten alle nacheinander : " Ich glaube dann ist die Freundschaft somit beendet." Wir haben uns dann noch einige Zeit unterhalten, und dann wollte ich gehen. Musste noch meine Getränke bezahlen. Da sagte einer von meinen ex - Freunden : " Nein den bezahle ich, lass Dein Geld stecken. " Da sagte ich : " Nein, dass brauchst Du nicht, ich kann meine Getränke selber bezahlen. " Sie sagten auch noch : " Es tut uns ja schrecklich leid, dass die Freundschaft jetzt den Bach runter geht, weil wir haben Dich sehr gerne. Aber wir wünschen Dir für deine Zukunft alles gute." Ich habe mir nur gedacht ihr könnt mich mal. Also habe ich bezahlt und bin nach hause gefahren. Abends als ich im Bett lag konnte ich nicht schlafen, war nur am heulen, und habe mich gefragt, was dass für Freunde sind. Mit denen du dich da 18 Jahre gut verstanden hast. Aber ich denke mir jetzt im nachhinein, dass das nie richtige Freunde waren, sonst hätten die damit kein Problem. Weil wir sind ja schließlich zusammen groß geworden, und die kennen mich ja nicht erst seit gestern. Mir ist das auch egal, wenn sie jetzt hin gehen und es in der Schule erzählen. Was ich aber allerdings nicht glaube, weil die sich nicht schämen wollen, es glaubt denen dann eh keiner, und wenn kommen die mich erst fragen. Aber ich habe mir überlegt die dann nicht anzulügen, sondern denen dann die Wahrheit zu sagen. Und wenn dann einer damit ein Problem hat, ist es sein Problem. Mittlerweile wissen es so viel und haben da kein Problem mit, wo ich auch froh drüber bin. Also ich kann euch allen nur raten, die noch nicht sein Coming - Out gemacht haben, macht es, es ist eine Erleichterung für euch, und wenn eure Freunde damit ein Problem haben, macht es genauso wie ich, denkt euch ihr könnt mich mal, dass ist das beste. Vor allem dürft ihr den Kopf dann nicht hängen lass, sondern sucht euch neue Freunde, ich werde es auch machen bzw. habe auch schon ein paar gefunden über [ Younggay.de ], wo ich auch froh drüber bin. ( knuddel@all von [ Younggay.de ] ). Aber ich glaube auch, dass ich nie mehr solche Freunde finde wie ich sie hatte, weil ich weiß ja nie wie die sind, ob man denen vertrauen kann und alles erzählen kann. Aber bis jetzt habe ich eigentlich nur positive Erfahrungen mit den Leuten von [ Younggay.de ] gemacht, aber wie gesagt, ob ich jemals noch mal richtig gute bzw. beste Freunde finden werde, weiß ich nicht. Da ich mich ja mit einigen aus dem Chat sehr gut verstehe, will ich es mal hoffen. Also noch mal ein Dankeschön, an alle die mir sagten mach endlich dein Coming - Out.
Floh ist User bei [YoungGay.de] und auch im Forum und Chat anzutreffen.
Früh übt sich - könnte man sagen. Marcel weiß schon seit seinem 11. Lebensjahr, dass er anders ist als andere. Jedoch erst zu Beginn seiner Lehre begann er sein Coming-Out.
Wie sag ich's meinen Eltern? Er hat einen seiner wichtigsten Schritte seines Lebens geschafft. Und seine Eltern haben ihn verstanden. Sie gaben ihm das Versprechen, ihm bei Seite zu stehen.
Das junge Gaysauna Event youngX wird im Jahr 2012 acht Jahre alt. Darum startet das neue Jahr mit einer heißen Geburtstagsparty: Jungs und Männer von 18 bis 30 Jahren schwitzen und relaxen gemeinsam in Sauna und Whirlpool.
Traditionell treffen sich Jungs und Mädels aus der younggay Community auch auf Weihnachtsmärkten. Dieses Jahr geht die Tour über den Weihnachtsmarkt in Köln. Treffpunkt ist am Samstag 17.12.2011 bereits um 15 Uhr.